Fit für die Piste

© Fotolia/Dmitry Ersler
Aktualisiert am: 10.01.2011
Gut trainiert auf die Piste
Ein Jahrhundert-Muskelkater nach dem ersten Skitag, zittrige Beine nach wenigen Schwüngen, Skier, die man ungefähr so gut im Griff hat wie pubertäre Kinder: Auf diese Nebenwirkungen des geliebten Wintersports kann man gerne verzichten. Gut, dass es ein Rezept dagegen gibt: Es heißt Trockentraining.
Text: Andrea Krieger
"Skigymnastik – habe ich das denn nötig?", wird sich jetzt mancher Leser fragen. Wenn Sie es schwarz auf weiß wissen wollen, lohnt folgender Selbsttest: Stellen Sie sich mit dem Rücken an die Wand und gehen Sie in die Knie, sodass Ober- und Unterschenkel einen rechten Winkel bilden. Können Sie diese zugegebenermaßen nicht ganz bequeme Position, auch Schranz-Hocke genannt, eine Minute halten? "Dann kann man sich zumindest als mäßig fit bezeichnen", erklärt der Linzer Personal-Fitness-Trainer Maximilian Karlsböck.
Wer nach weniger als 60 Sekunden schlapp macht, aber ein ungetrübtes Skivergnügen erleben möchte, sollte besser schon vor dem Urlaub aktiv werden. Der ehemalige Leistungssportler Karlsböck verrät, wie man am schnellsten skifit wird.
Muckis aufbauen
"Als Erstes beschwert sich bei untrainierten Skiläufern die Oberschenkelvorderseite und der Rückenstrecker", so der Oberösterreicher. Gut, dass sich beides leicht kräftigen lässt. Zwecks Muskelaufbau empfehlen sich acht Übungen, die es besonders auf die Bein- und Rumpfmuskulatur abgesehen haben – wie etwa die guten alten Kniebeugen und der Ausfallschritt. Anfangs reichen zehn, mit der Zeit sollten es aber 25 Wiederholungen werden. Jenen, die das 15-Minuten-Programm jeden zweiten Tag absolvieren, verspricht Karlsböck "eine Verdoppelung der Fitness innerhalb eines Monats". Klingt nicht übel.
Gleichgewicht trainieren
Mit der richtigen Unterlage trainieren Sie die Balance gleich mit: Begeben Sie sich für die Kraftübungen also auf eine zusammengerollte Matte oder gleich auf das Fernseh-Sofa, das Couch-Potatoes auf diese Art einer neuen Verwendung zuführen können.
Kann schon sein, dass Sie denken: "Ist das vielleicht eine Zitterpartie", wenn Sie das erste Mal auf dem Sofa in die Knie gehen. Genau so soll es aber sein. Denn während der Körper um Balance ringt, wird eine unsichtbare, dafür aber umso wichtigere Muskelgruppe gestärkt: die Skelettmuskulatur nämlich, die dafür verantwortlich ist, dass es Sie nicht bei jeder Kleinigkeit umwirft. Im wahrsten Sinne, denn ein gutes Gleichgewicht lässt Sie sicherer auf den Skiern stehen – auch wenn Sie bisher geglaubt haben mögen, von Balance profitieren nur Ballett- und Seiltänzer. Apropos Seiltänzer: Gartenbesitzer können das Gleichgewicht noch besser trainieren, wenn sie ein im Sporthandel erhältliches Spezial-Gummiband unweit des Bodens zwischen zwei Bäume spannen und darauf zu gehen üben. Karlsböck: "Diese so genannte Slackline ist momentan der Renner."
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