Flugsimulator mit Work-Out-Effekt

Sport und Virtual Reality – auf den ersten Blick mag das nicht unbedingt zusammenpassen, doch der ICAROS, ein Flugsimulator und gleichzeitig das erste Virtual-Reality-Fitnessgerät, beweist das Gegenteil.

Entwickelt wurde das innovative Trainingsgerät von den beiden Münchner Industriedesignern Johannes Scholl und Michael Schmidt. Aus dem Konzept für Scholls Diplomarbeit ist mittlerweile ein preisgekröntes und serienreifes Produkt geworden, das bereits in einigen Fitnessstudios auf der ganzen Welt zum Angebot gehört.

Virtual Reality im Fitnessstudio

Sogenannte VR-Brillen, die den Benutzer in eine virtuelle Welt eintauchen lassen, sind derzeit in aller Munde. Die Verbindung der virtuellen Realität mit Sport ist jedoch relativ neu. Beim Training Spaß haben, in eine andere Welt eintauchen und gleichzeitig alle Muskelgruppen trainieren – das klingt verlockend und genau das verspricht der ICAROS.

Bei der internationalen Sportmesse ISPO in München konnten Scholl und Schmidt im letzten Jahr den Preis für die beste Neuheit für sich beanspruchen. Der Chef der Messe, Klaus Dittrich, sieht einen großen Vorteil der neuen Technologie darin, dass sie junge Leute bei ihren Interessen abholt und so zum Sport motiviert.

Auch die Konkurrenz schläft natürlich nicht. In Norwegen wird derzeit an einem Mountainbike gearbeitet, mit dem man durch virtuelle Welten radeln kann. Vielleicht werden solche Geräte schon bald den Heimtrainer vor dem heimischen Fernseher ersetzen. Auf jeden Fall wird Virtual Reality in der Zukunft viele Bereiche unseres Lebens erobern und verändern – da sind sich Experten sicher. Auch bei der beliebten Fitness-App Runtastic möchte man zukünftig mehr in diese Richtung investieren, um Motivation und Spaß beim Sport zu erhöhen.

Im Gegensatz zu anderen Flugsimulatoren kann ein Flug mit dem ICAROS ganz schön schweißtreibend werden. Wer bäuchlings mit Knien, Ellbogen und Unterarmen auf dem ICAROS liegt, muss sich anstrengen, um in Balance zu bleiben. Das trainiert so gut wie alle Muskelgruppen, besonders jedoch Bauch- und Schulterpartie. Dass die Haltung, die man dabei einnimmt, unbedenklich ist, wurde von einem Orthopäden geprüft.

Hat man einmal die richtige Position gefunden, heißt es im Gleichgewicht bleiben. Die Computersimulationen sorgen dafür, dass das nicht zu einfach wird. In der virtuellen Welt, die der Nutzer durch die VR-Brille wahrnimmt, gibt es verschiedene Manöver zu meistern, die unterschiedlich anstrengend sind und für den gewünschten Trainingseffekt sorgen. Wählen kann man dabei unter anderem zwischen einem eher entspannten Freiflug, dem Abschießen von Drohnen und einem Hindernisflug. Über einen Controller lässt sich die Geschwindigkeit steuern oder auf Ziele schießen.

In Zukunft wollen Scholl und Schmidt vermehrtes Augenmerk auf die Entwicklung neuer virtueller Welten legen. Unterwasser- und Weltallszenarien sollen schon bald Teil des ICAROS Repertoires werden.

Die Technik hinter dem Traum vom Fliegen

Ein frei drehbarer Aluminiumrahmen, eine VR-Brille, ein Sensor zur Erkennung der Positionsdaten und ein Controller – das sind die Grundbestandteile des innovativen Fitnessgeräts.

Die Vorteile des ICAROS sind sein kabelloses Design und die Kompatibilität mit vielen anderen Geräten. Das einzige Bauteil, das Strom benötigt, ist der Sensor. Dieser ist akkubetrieben und unterschiedliche Geräte können per Bluetooth auf ihn zugreifen, um die Positionsdaten zu empfangen und zu verwerten. Das können zum Beispiel ein PC oder ein leistungsstarkes Smartphone sein.

Flugsimulator im eigenen Wohnzimmer?

Der ICAROS inklusive VR-Brille, Smartphone- und PC-App kostet derzeit circa 7.900 Euro. Die Geräte sind dabei auf die Dauernutzung in Fitnessstudios oder auch Freizeitparks ausgelegt. Wer also statt des Heimtrainers demnächst lieber einen Flugsimulator in der Wohnung stehen haben möchte, muss entweder tief in die Tasche greifen oder sich noch ein wenig gedulden. Eine günstigere Version für die private Nutzung soll zukünftig auf den Markt kommen und preislich bei etwa 2.000 Euro liegen.

Wer neugierig geworden ist und mehr über den ICAROS erfahren oder einen Termin für einen Testflug vereinbaren möchte, findet auf der Homepage des Münchner Start-ups detaillierte Informationen: www.icaros.com