Frauen & Jogging

Autorin: Ulrike Springer

Aktualisiert am: 11.10.2010

Frauen laufen anders

Joggen Frauen tatsächlich anders als Männer? Nein, sagen die einen, denn auch Frauen setzen schließlich ein Bein vor das andere. Eindeutig ja, meinen die anderen, denn Frauen laufen aus anderen Gründen als Männer. Während bei den Herren der Schöpfung der Wettkampfgedanke im Vordergrund steht, wollen Frauen gesünder, fitter, schlanker und attraktiver werden.

Laufen ist die natürlichste Fortbewegungsart und steht als gesunde Ausdauersportart in Österreich hoch im Kurs. Hatten bislang die Männer beim Joggen anteilsmäßig die Nase vorn, kündigt sich derzeit eine Trendwende an. Noch im Jahr 2006 veröffentlichte das Linzer Meinungsforschungsinstitut Spectra die Ergebnisse einer Umfrage, der zufolge mehr als ein Viertel der Österreicher zumindest gelegentlich läuft, 14 Prozent einmal pro Woche oder öfter. Unter diesen ambitionierten Hobbyläufern waren die Männer noch mit 18 Prozent gegenüber nur 11 Prozent Frauen in der Überzahl. Zu völlig anderen Ergebnissen kommt die Timescout Studie 2010, wonach weibliche Jugendliche und junge Erwachsene heute deutlich aktiver sind als männliche. 35 Prozent der 11- bis 29-jährigen Österreicherinnen joggen, unter den 20- bis 29-jährigen ziehen sogar 40 Prozent regelmäßig Laufschuhe an.

Die Gründe, warum Frauen laufen

Frauen und Männer unterscheiden sich nicht nur in der Anatomie, sondern auch in der Motivation, warum sie laufen gehen: Während Männer gerne ihre Kraft und Ausdauer mit dem Nachbarn, dem besten Freund oder Arbeitskollegen messen, nennen Frauen ganz andere Gründe: Sie wollen durch Joggen abnehmen, attraktiver werden, etwas für die Gesundheit und ihr Wohlbefinden tun. Warum gerade Frauen joggen sollten, argumentieren die Autoren Jörg Birkel und Doreen Reymann im neuen "Lauf-Guide für Frauen": Neben dem von vielen Frauen angestrebten Gewichtsverlust, dem Fettabbau an den typischen Problemzonen Bauch, Beine und Po und dem positiven Effekt auf die ungeliebte Cellulite sind es vor allem gesundheitliche Gründe, die für ein moderates Lauftraining sprechen. Laufen soll darüberhinaus auch den Alterungsprozess verlangsam, wie Wissenschafter des Medical Center der Standford University herausfanden.

Stresskiller und Stimmungsaufheller Joggen

Laufen macht Spaß, und das ist wohl der wichtigste Grund, zu den Joggingschuhen zu greifen. Gegen aufkommende Langeweile helfen abwechslungsreiche Routen, Musikhören, das Setzen realistischer Trainingsziele oder das gemeinsame Laufen mit einer Freundin oder einem Freund. Gerade Frauen, die oft unter der Doppelbelastung Beruf und Familie leiden, kann Joggen auch bei der Stressbewältigung helfen. Denn Laufen macht den Kopf frei von alltäglichen Sorgen und Gedanken und hilft beim Abbau des Stresshormons Cortisol. Beim Laufen werden überdies körpereigene Glückshormone freigesetzt, die sogar besser als Medikamente gegen Depressionen wirken. Neben der euphorisierenden Wirkung haben diese Endorphine auch eine schmerzstillende Wirkung.

Laufen stärkt das Immunsystem

Durch den Stressabbau und das Abhärten des Körpers an der frischen Luft profitiert auch das Immunsystem des menschlichen Körpers. Denn durch moderaten Ausdauersport produziert der Körper vermehrt weiße Blutkörperchen, die Viren und Bakterien den Garaus machen. Deshalb ist Laufen gerade in der Schnupfen- und Grippezeit eine hervorragende Möglichkeit, die Abwehrkräfte zu stärken. Allerdings mit einer Einschränkung: Wer es beim Sport übertreibt, schwächt den Körper. Sportexperten empfehlen daher je nach Kondition rund drei bis vier Mal pro Woche eine halbe Stunde langsames Laufen. Richtig machen Sie es, wenn Sie gerade so schnell laufen, dass Sie sich nebenher noch unterhalten können, ohne aus der Puste zu kommen. Fortgeschrittene können natürlich ihr Training nach und nach in der Dauer und in der Intensität steigern.


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