Gesunde Gelenke

Man hält sie für selbstverständlich, bis es eines Tages durch einen Unfall oder eine Über- oder Unterbelastung anders ist und man merkt, wie wichtig gesunde, funktionierende Gelenke eigentlich wirklich sind.

Egal ob Sprunggelenk, Kniegelenk, Hüftgelenk, Schultergelenk oder Ellbogengelenk – um nur einige zu nennen –, gesunde Gelenke unterstützen uns durchwegs in unserem Alltag beim Gehen, Steigen, Tragen, Heben oder Reichen von Gegenständen. Insofern müssten wir sie eigentlich viel mehr zu schätzen wissen und hegen und pflegen. Das tun wir meist aber erst, wenn es zu einer Verletzung, Verschleißerscheinungen oder Unterbelastungsbeschwerden kommt. Dabei hätten wir vieles selbst in der Hand, was die Gesunderhaltung unserer Gelenke angeht.

Gelenke brauchen Bewegung

Es mag für viele komisch klingen, da man früher oft davon gesprochen hat, dass Gelenkschäden durch Sport verursacht worden wären, aber in Wirklichkeit ist es gerade die Bewegung, die für unsere Gelenke extrem wichtig ist. Dabei geht es nicht um Leistungssport oder extreme Belastung, sondern schlichtweg um die Nutzung unserer Gelenke, denn was unser Körper länger nicht braucht oder nutzt, baut er ab bzw. dessen Beweglichkeit schränkt er ein.

Dabei freuen sich unsere Gelenke gerade über Bewegung, da durch diese die Gelenkflüssigkeit, welche auch den Knorpel nährt, im Gelenk verteilt wird. Außerdem baut sie schädliche Stoffwechselprodukte ab. All das ist für gesunde Gelenke wichtig, denn werden diese wichtigen Funktionen nicht erfüllt, kommt es mit der Zeit zu Schäden im Gelenk und folglich in manchen Fällen zu einer Arthrose.

Übrigens kommt eine „Unterbelastungsarthrose“ öfter vor als eine Überbelastungsarthrose, also haben sie keine Angst vor Bewegung und Training, sondern setzen Sie diese lieber klug ein, um sich damit fit zu halten.

Das können Sie tun

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, was Sie für Ihre Gelenksgesundheit tun können:

  • Regelmäßige Mobilisationsübungen: Um die Gelenke gesund zu halten, tun tägliche bis mehrmals pro Woche ausgeführte kurze Mobilisationsübungen gut. Vom Schulterkreisen bis hin zu verschiedenen Bewegungen der Arme, der Hüfte, des Hand- und des Sprunggelenks. Kreisen Sie, dehnen sie dabei leicht, fühlen Sie, wie sich die Bewegungen nach einigen Wiederholungen runder und geschmeidiger anfühlen. Wenn Sie die Möglichkeit haben, bei einem Wirbelsäulenturnen oder einer sanften Yogaklasse teilzunehmen, machen Sie das, v. a. wenn Sie über 50 Jahre alt sind, da Sie im Altersverlauf ohne regelmäßige Bewegung steifer werden. Ihre Gelenke werden es Ihnen danken.
  • Bauen Sie Muskeln auf: Damit sind keine Muskelberge, sondern effektiv arbeitende Muskeln gemeint, die Ihre Gelenke bei der Arbeit unterstützen und damit schützen. Umso effizienter Ihre Muskulatur also arbeitet, umso besser für Ihre Gelenke. Gerade für das Kniegelenk ist es beispielsweise auch wichtig, auf die „Becken-Bein-Achse“ zu achten und beim Beugen der Knie keine X-Beine zu machen. Hier lohnt es sich, an einer geraden Becken-Bein-Achse zu arbeiten. Hilfestellung bekommt man dafür bei erfahrenen Physiotherapeuten und Trainern, die einem genau zeigen, worauf man bei diesem Training achten muss. Meist reichen zwei Trainingseinheiten pro Woche über vier bis sechs Wochen aus, um erste Ergebnisse zu sehen und zu fühlen. Außerdem sind die Bewegungen von klassischen Übungen wie Kniebeuge, Kreuzheben und Liegestütz nicht nur für unsere Muskeln, sondern auch für unsere Gelenke äußerst sinnvoll und wohltuend.
  • Übergewicht abbauen bzw. vermeiden: Auch hier ist Bewegung ein wichtiger Baustein, aber auch die Ernährung spielt eine große Rolle, wenn es um die Gewichtsreduktion geht.
  • Bei entzündlichen Gelenkserkrankungen auf die Ernährung achten: Besteht bereits eine Entzündung im Gelenk sollte nicht nur ein Arzttermin am Plan stehen und gegebenenfalls eine gezielte Physiotherapie, sondern auch eine Ernährungsumstellung. Rotes Fleisch (v. a. Schweinefleisch), Frittiertes, Paniertes, Weißmehl, übermäßiger Zuckerkonsum, Alkohol sowie auch Nikotin wirken sich nachteilig auf Entzündungen aus und gießen bildhaft gesprochen noch mehr Öl ins Feuer. Hilfreich sind dagegen entzündungshemmende Lebensmittel in Form von viel Gemüse, Fisch mit seinen guten Omega-3-Fettsäuren, Ingwer, Kurkuma und Obst.

Weiterführende Buchtipps

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