Gleichgewicht
Aktualisiert am: 18.06.2002
Ursachen und Hilfe bei Störungen
Eine der häufigsten Ursachen für Störungen des Gleichgewichtsorgans sind Schädelverletzungen nach Unfällen, bei denen die Bogengänge oder das Gehirn verletzt wurden.
Aber auch Infektionskrankheiten wie akute Mittelohrentzündungen, Infektionen nach Masern oder Hirnhautentzündungen können den Gleichgewichtsapparat schädigen.
In vielen Fällen sind Labyrinthentzündungen oder Beeinträchtigungen des Gleichgewichtsnervs, der die Informationen vom Gleichgewichtsorgan zum Gehirn weiterleiten soll, die Ursachen für den Ausfall des Labyrinths. Der Betroffene leidet unter Orientierungsstörungen, da die verschiedenen Systeme der Gleichgewichtsregulation unvollständige Informationen liefern. Stimmen die verschiedenen Informationen zwischen den Systemen nicht überein oder sind unvollständig, entsteht Schwindel.
Als weitere Folge werden die Reflexe, die normalerweise dafür sorgen, dass wir im Gleichgewicht bleiben, nicht mehr ausgelöst. Gangabweichungen und die Neigung zu fallen können das Sporttreiben zur Gefahr machen und erfordern deshalb eine möglichst rasche Behebung der Ursache.
Linderung durch Gleichgewichtstraining:
Geringere Schwindelbeschwerden, die durch eine Störung des Gleichgewichtssystems bedingt sind, lassen sich durch ein Gleichgewichtstraining mindern oder klingen sogar ab.
Nun folgen zwei Übungen, die ihnen helfen können, dem Schwindel Herr zu werden:
- 1. Übung: Fixationstraining im Drehstuhl
Setzen Sie sich auf einen Drehstuhl (Bürostuhl) und fixieren Sie einen Punkt, beispielsweise eine Türklinke, in etwa 50 cm Entfernung. Bewegen Sie langsam den Drehstuhl, ohne die Fixierung aufzugeben, um 90 Grad einmal im Uhrzeigersinn und dann gegen den Uhrzeigersinn. Diese Übung trainiert und stimuliert das Gleichgewichtssystem. - 2. Übung: Langsame Augenbewegungen mit dem Tennisball
Befestigen Sie an einer Schnur einen Tennisball in Augenhöhe. Bringen Sie nun den Tennisball in etwa 30 bis 50 cm Abstand von Ihrem Gesicht zum Pendeln. Folgen Sie dann 10 Schwingungen nur mit den Augen ohne dabei den Kopf zu bewegen. Anschließend wird die Übung wiederholt, dabei folgen aber Kopf und Augen den Bewegungen des Tennisballs. Die Fähigkeit, Blickzielen zu folgen, hängt entscheidend vom Gleichgewichtsorgan ab.
Bei oftmaligen oder schweren Schwindelzuständen sollte man sich auf jeden Fall an den Hausarzt wenden, denn hinter jeder Schwindelattacke können lebensgefährliche Ursachen stecken. In den meisten Fällen wird der Hausarzt dann einen Facharzt, z.B. einen HNO-Arzt oder Neurologen, hinzuziehen.
Quelle: Schmidt/Schaible, Neuro- und Sinnesphysiologie
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