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Aktualisiert am: 25.05.2010

Drachen zähmen

Die Trendsportart Kitesurfen ist eine Sonderform des Windsurfens, bei dem das Gleiten auf einem Surfboard über Wasser mit dem Fliegen eines Lenkdrachens (Kite) verbunden wird. Mit viel Kraft und Präzision überträgt der Kitersurfer die Kraft des Windes auf sein Board, surft mit dieser Energie über das Wasser. Echte Könner wagen sich dabei auch an gleichermaßen akrobatische wie atemberaubende Luftsprünge.

Autor: Thomas Loser

Die Tage werden länger und länger. Das Sonnenlicht intensiver. Die Temperaturen steigen. Die Lust, die Freizeit im Freien zu verbringen wird größer. Die Freude an Sport und Bewegung kehren zurück. Wir wollen hinaus. Ins Freie. Mutter Natur und ihre Elemente erleben. Zum Beispiel an Österreichs Seen. Noch zeigen die Gewässer zwischen Bodensee, Attersee, Wörthersee und Neusiedler See temperaturmäßig die kalte Schulter. Von den Ufern aus oder auf  Ausflugs-, Segel-, Tret- und Elektrobooten lassen sie sich schon anfühlen bevor sie uns abkühlen. Der Neusiedler See verwickelt seine Besucher regelmäßig in ein sportliches und emotionales Zwiegespräch. Stehen Bewerbe wie der Surf-Cup an, liefern sich einige der weltbesten Surfer und Kitesurfer bei wechselnden Windverhältnissen und ständig wogenden Wellen packende Duelle punkto Bewegungskreativität und Schnelligkeit. Ein ganz besonderes Schauspiel ist das Kitesurfen.

Unsichtbare Kräfte

Bunte Wölkchen schweben über Buchten und uferrnahen See-Abschnitten. Sie passieren, kreuzen einander. Sie steuern in einem Moment aufeinander zu. Im nächsten Moment stieben sie wieder auseinander. Welches Mädel oder welcher Bursch zu welchem Lenkdrachen am Himmel über ihnen gehört, ist oft nicht auszumachen. Sie flitzen auf dem Wasser dahin, wenden blitzschnell, schnellen, von einer unsichtbaren Kraft gehoben, in die Luft, landen, drehen und gleiten auf ihren Boards über das Wasser und brechen Wellen. Auch die Lenkdrachen vollführen Kapriolen. Mal stehen sie kerzengerade im Wind. Mal schießen sie herab auf die Wasserfläche und trudeln in der nächsten Böe wieder himmelwärts.

Schirme, Charme und Sonnenstrahlen

Grundvoraussetzung zum Kiteboarden ist Wind. Im Gegensatz zum Surfen kann mit Lenkdrachen schon bei geringerem Wind gesurft werden. Abhängig von der Windstärke ist die Schirmfläche. Je stärker der Wind, desto kleiner die Kitefläche, um die Energieübertragung auch zu meistern. Eine Verdoppelung der Windgeschwindigkeit führt zur Vervierfachung der Kräfte am Kite. Die meistgenutzten Schirmflächen bewegen sich zwischen neun und zwölf Quadratmetern. Der Aufbau eines Schirmes hängt vom Anspruch und der Erfahrung des Kitesurfers ab.

Tubekites

Die gängigsten Modelle sind Tubekites, die von Luftschläuchen längs und quer durchzogen sind. Leinen – zwei, vier oder fünf – verbinden den Kite mit dem Surfer. Sie sorgen für den Zug, dienen zur Lenkung und münden an der "Bar", der Lenkstange, ein. Über diese Querstrebe, die mit dem Trapez – eine Art breiter, oberhalb der Hüften, den Lenden und dem Bauch um den Körper geführter Gürtel ­– sind Kite und Kiteboarder verbunden. Dadurch werden die Arme entlastet und sind so nur mit dem Steuern des Schirms beschäftigt. Die Füße der Surfer stecken in Schleifen am Kiteboard. Das Board kann zwischen 120 und 165 Zentimeter lang und bis zu 45 Zentimeter breit sein. Dessen Eigenschaften sind vom Gewicht ihrer Benutzer, deren Erfahrung und wiederum von der Windstärke und deren Kraftübertragung abhängig. Über das Kiteboard wird ebenfalls die Fahrt gesteuert. Mit einem Neopren-Anzug surfen dann jene vom Kite-Virus Befallenen, wenn die Temperaturen nicht mehr ganz kalifornisch sind.


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