Laktat

Aktualisiert am: 08.02.2010

Alles über Laktat

Laktat. Den Begriff werden die meisten schon einmal gehört haben, ihn vielleicht sogar dem Ausdauersport zuordnen können. Aber was genau steckt eigentlich dahinter? Ein Laktattest ist zum Beispiel hilfreich, wenn man wissen möchte, in welchem Trainingsbereich die persönliche Fettverbrennungszone liegt. Wir verraten Ihnen alles, was Sie schon immer über Laktat wissen wollten.

Autorin: Andrea Krieger

Viel vorgenommen, schnell gescheitert? Sollte das die Bilanz Ihrer ersten Ausdauersport-Erfahrung sein, kann es an den Laktatwerten liegen. Die sind nämlich daran schuld, wenn bei einem allzu flotten Tempo schon nach kurzer Zeit die Beine schlapp machen. 

Der "Bösewicht" Laktat ist das Salz der Milchsäure und ein Abbauprodukt des Kohlenhydrat-Stoffwechsels. Etwas Laktat wird eigentlich immer produziert, im Sport geht es aber um größere Mengen. Die bilden sich etwa, wenn man sich so flink bewegt, dass man dabei außer Atem gerät. Die Muskeln holen sich die Energie dann statt aus den Fett- verstärkt aus den Zuckerreserven. Das hat den Vorteil, dass sie dazu keinen Sauerstoff brauchen. Allerdings entsteht dabei Milchsäure.

Zu viel Laktat macht müde

Eine Zeit lang kann der Körper die Milchsäure sofort wieder abbauen, danach entsteht ein Laktatüberschuss. Hohe Laktatwerte machen die Muskeln des Sportlers aber "sauer" und dieser fühlt sich erschöpft. Aus dem geplanten Dauerlauf kann auf diese Art eine kurze Sache werden. Und nicht nur das: "Auch die Regeneration dauert länger", warnt Ana Laginja, Sportmedizinerin am Olympiazentrum Südstadt.  

Gefährlich seien hohe Laktatwerte im Sport zwar nicht, "aber sie sind ein Indikator dafür, dass nicht richtig trainiert wird", so Laginja. Was vorkommen soll. "Die meisten Hobbysportler laufen zu schnell", weiß denn auch Michael Buchleitner, ehemaliger Marathon-Profi und Laufcoach aus Brunn am Gebirge. "Ein Lauf sollte mindestens 45 Minuten oder eine Stunde dauern. Das hält nur durch, wer nicht zu schnell unterwegs ist." Sonst purzeln auch die Kilos nicht, womit ein wichtiger Antrieb zum Sporteln wegfällt.

Ran an den Speck

Wenn Sie schwarz auf weiß wissen wollen, in welchem Tempo- bzw. Pulsbereich Ihre persönliche Fettverbrennungszone liegt, können Sie bei Sportärzten einen Laktattest machen lassen. Sie werden dann Dinge hören wie: "Ihre aerobe Schwelle liegt bei einem Puls von 150  und einem Laktatwert von zwei Millimol pro Liter."

Zur Erklärung: Die aerobe Schwelle ist jener Grad an Belastung, bei dem die Laktatproduktion erstmals steigt. Ab diesen Zeitpunkt verbrennt der Muskel mehrheitlich Kohlenhydrate. "Die Kohlenhydratspeicher werden aber gleich wieder aufgefüllt. Nur der Fettverlust ist endgültig", so Buchleitner. Auch die anaerobe Schwelle wird beim Laktattest ermittelt. Darunter versteht man jenen Punkt, ab dem ein Laktatüberschuss entsteht.


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