Laktat

© Fotolia/Peter Atkins
Aktualisiert am: 08.02.2010
So verläuft der Laktattest
Der Test dauert etwa 20 Minuten lang, wird von Sportärzten und an Sportinstituten angeboten und findet am Laufband oder Ergometer statt. Das anfangs sehr niedrige Tempo wird alle paar Minuten gesteigert. Am Ende jeder Stufe wird die Pulsfrequenz gemessen. Zur Ermittlung der Laktatwerte werden am Ohr ein paar Tropfen Blut entnommen. Manche Testanbieter zapfen das Blut stattdessen aus der Fingerkuppe ab, was aber nicht zuletzt schmerzhafter ist. Die Belastung wird nun so lange erhöht, bis der Sportler "Stopp" sagt.
Auf den Test folgt ein Beratungsgespräch mit ausführlichen Trainingsanleitungen, die natürlich davon abhängen, was der Patient sportlich erreichen möchte. Außerdem erhält er ein Diagramm, aus dem hervorgeht, bei welchem Puls und welcher Belastung welche Laktatwerte auftreten und wo die individuelle aerobe und anaerobe Schwelle liegt. Wer seine Pulsuhr mit diesen Werten füttert, trainiert optimal und erspart sich Frustrationen durch Überforderung.
Leider gelten die Testergebnisse immer nur sportartspezifisch. Die Laufwerte lassen sich also nicht auf das Radfahren übertragen und umgekehrt. Die Preise für den Test variieren stark. Das Universitätssportinstitut in Wien etwa verlangt 120 Euro.
Für Hobbysportler geht es auch ohne
Leistungssportler müssen regelmäßig zum Laktattest. Sie erfahren dadurch, wo sie stehen und wie sie am wirksamsten trainieren können, um sich zu steigern. Für Breitensportler ist der Check nicht Pflicht, sondern Kür. Buchleitner: "Ich bin der Letzte, der behaupten würde, dass ein Laktattest sein muss. Wenn sich aber jemand wundert, wieso er nicht abnimmt, obwohl er schon längere Zeit trainiert oder warum er sich nicht steigert, kann er auf diese Art den Grund dafür herausfinden."
Als kostenlose, wenn auch nicht so exakte Alternative kommt für Buchleitner der Sprechtest infrage. "Wenn man sich gerade noch in zusammenhängenden Sätzen unterhalten kann, hat man die Sicherheit, nicht so schnell unterwegs zu sein." Womit es auch garantiert etwaigen Fettansammlungen an den Kragen geht.
Hobbysportlern wird jetzt noch eine andere Formel zur Ermittlung der Fettverbrennungszone einfallen, die ohne Laktatmessung auskommt: 60 bis 70 Prozent von der Differenz aus 220 minus Lebensalter nämlich. Buchleitner zieht da schon den Sprechtest vor. "Denn diese Formel kann, muss aber nicht stimmen." Der kritische Punkt sei die maximale Pulsfrequenz: "220 minus Lebensalter: Diese Ergebnis entspricht nicht immer der Realität - gerade bei jungen, untrainierten Menschen und ambitionierten älteren Hobbysportlern."
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