Sportarten |
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Autorin: MMag. Susanne Kapeller
Aktualisiert am: 26.06.2008
Golfen in der Miniaturausgabe
In den letzten Jahren hat sich Minigolf von seinem biederen und verstaubten Image befreit. Mittlerweile ist der Retrosport schon wieder Kult und auch bei jungen Leuten angesagt. Gespielt wird in den Open-Air-Anlagen von April bis Ende Oktober.
Es war der Trendsport der 1970er und 1980er Jahre. Dann wurden Sportarten spektakulärer, schneller und actionreicher. Von Bungee Jumping bis zu Wildwasser-Rafting reichten die Freizeitbeschäftigungen der Österreicher. Minigolf, das war nur mehr etwas für alte Leute. Doch seit einigen Jahren feiert der Retrosport ein Comeback und hat es mittlerweile zu Kultstatus gebracht. Mit über 400.000 gespielten Minigolf-Runden im Jahr 2008 konnten gegenüber dem Jahr 2007 Zuwachsraten von 5,3 Prozent verzeichnet werden. Vom Österreichischen Bahnengolfverband (ÖBGV) sind in Österreich über 200 Turnierplätze zertifiziert. Die meisten Minigolfanlagen haben von April bis Ende Oktober geöffnet.
ÖBGV-Verbandspräsident Leo Moik zeigt sich vor allem über den hohen Anteil junger Spielerinnen und Spieler erfreut, für den er neben dem anhaltenden Retrotrend auch die steigende Beliebtheit sanfter Sportarten mit Spaßfaktor verantwortlich macht. "Minigolf liegt wieder voll im Trend und feiert nach einigen Jahren der Stagnation ein Comeback als preiswerte Fun-Sportart", bilanziert Moik. Für den Sport an sich ist ein hohes Maß an Konzentration und Präzision gefordert.
Über Hindernisse zum Ziel
Der erste Minigolf-Platz wurde 1953 von dem Schweizer Gartenarchitekten Paul Bongni errichtet. Gespielt wird auf genormten Bahnen aus Beton, Eternit (dann nennt sich das "Miniatur-Golf") oder Filz. Letzteres vor allem im skandinavischen Raum. Eine komplette Minigolf-Anlage besteht in der Regel aus 18 Bahnen. Die Herausforderung im Minigolf liegt darin, bestimmte Hindernisse wie Doppelwellen, Sprungschanzen oder Schleifen zu überwinden. Um das Ziel zu erreichen, darf auch über die Banden gespielt werden. Der Minigolf-Ball soll mit möglichst wenigen Schlägen eingelocht werden. Jeder Schlag wird als Punkt gezählt. Wenn das Ziel mit sechs Schlägen nicht erreicht wird, wird automatisch ein Strafpunkt dazu gerechnet. Ein Spieler kann an einer Bahn maximal sieben Punkte erreichen. Bei einem Turnier im Schlagzahl-Modus gewinnt der Spieler mit der niedrigsten Punktezahl. Beim Lochspiel-Modus gewinnt der Spieler, der die meisten Bahnen gewonnen hat.
Einlochen wie die Profis
Minigolf ist aber nicht nur eine reine Freizeitbeschäftigung. Der Sport wird auch professionell ausgetragen, mit Landes-, Europa- und Weltmeisterschaften. Die Profisportler freuen sich über den großen Anklang von Minigolf in der breiten Masse und fühlen sich dadurch auch für die Meisterschaften motiviert.
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