Mobility mag man eben

Herz-Kreislauf-Training, Fatburning & Co. sind gut und wichtig, aber was viele vergessen, sind gezielte Übungen für die eigene Beweglichkeit. Was diese bringen und warum Sie sie in Ihr Programm aufnehmen sollten, verraten wir Ihnen heute.

Sie fühlen sich manchmal eingerostet und alles andere als geschmeidig in Ihren Bewegungen? Damit sind Sie nicht allein. Zumal unsere Gelenksbeweglichkeit mit den Jahren abnimmt, sofern wir nicht etwas dagegen tun. Und „mit den Jahren“ meint ab dem 30., spätestens 40. Lebensjahr. Aber keine Sorge, man muss im Sinne der Gesundheit keine übermäßig biegsame Ballerina werden, im Gegenteil. Doch über eine gewisse Beweglichkeit zu verfügen und insbesondere die eigene Beweglichkeit, die man früher hatte, zu erhalten, macht für die Gesundheit und das Wohlbefinden absolut Sinn.

Lassen Sie Ihren Körper fließen

Beim Mobility-Training setzt man deshalb auf fließende Bewegungen, die den sogenannten Gelenkumfang vergrößern, und zwar so, wie es für einen selbst gut ist. Immerhin ist jeder Mensch individuell und auch wenn wir alle Knochen, Muskeln, Sehnen, Gelenke und Bänder haben, so ist all das eben doch nicht eins zu eins gleich angelegt. Deshalb keine Sorge, falls bei Ihnen bestimmte Bewegungen und Übungen nicht so leicht gehen wie bei anderen, das kann oftmals schlichtweg an der persönlichen Gelenksmobilität liegen.

Diese lässt sich mit gezieltem Training verbessern, aber eben in einem individuellen Ausmaß. Deshalb ärgern Sie sich nicht, wenn Sie beim Yoga vielleicht trotz intensiven Übens keinen Lotussitz hinbekommen oder Ihnen Rückbeugen nicht so leicht von der Hand gehen. Insofern lautet die Devise für alle von uns: Trainieren wir das, was wir haben; in unserem jeweils eigenen Rahmen und mit unseren Gegebenheiten.

Auf der Suche nach Motivation fürs Mobility-Training? Bitte sehr.

Sie brauchen ein bisschen mehr Motivation, weshalb Sie nun auch noch Mobility-Training in Ihr Sportprogramm aufnehmen sollten? Wir liefern Ihnen fünf gute Argumente für Ihre Gesundheit und Fitness.

1. Wussten Sie, dass Sie mit Mobility-Training nicht nur an Ihrer Beweglichkeit arbeiten, sondern v. a. an der neuromuskulären Ansteuerung, also die Zusammenarbeit von Ihrem Gehirn und Ihren Muskeln verbessern? Mobility-Übungen stimulieren somit auch Ihr Gehirn. Und dieses ist der Chef, wenn es um die muskuläre Ansteuerung, sprich jegliche Bewegung unseres Körpers geht. Verbessert man also die Ansteuerung, verbessert man auch diverse Störungen oder Probleme, zum Beispiel chronische Schmerzen oder Blockaden.

2. Beim Mobility-Training wird auch bewusst auf die Atmung geachtet. Und ganz ehrlich: Der Atem ist eines der wichtigsten Gesundheitstools, die uns zur Verfügung stehen, denn er nimmt nicht nur beim Sport eine wesentliche Rolle ein. Auch wenn es um Entspannung geht, läuft alles über den Atem. Wer ruhig, bewusst, ohne Druck und über die Nase ein und so lange wie möglich ausatmet, beruhigt das Nervensystem, den Herzschlag, die Verdauung und lockert die Anspannung der Muskeln und lässt so Erholung besser zu. Gerade sehr stark angespannte Muskeln können die Beweglichkeit manchmal einschränken. Deshalb ist eine gute Atmung für das Mobility-Training wichtig, um die Muskeln auch mal wieder zu entspannen. Plus: Atmen hilft in so gut wie allen Situationen des täglichen Lebens weiter. Es lohnt sich also, bewusstes Atmen zu üben.

3. Wir alle wollen uns gut fühlen und das gelingt eher, wenn man nicht das Gefühl hat, in einem steifen, ungelenken Körper gefangen zu sein. Wie bereits erwähnt: Jeder hat von Natur aus eine andere Beweglichkeit, es geht also nicht darum, um jeden Preis extrem flexibel zu werden. Gar nicht. Aber gezielte Übungen helfen, dass man sich in seiner eigenen „range of motion“ besser fühlt. Geschmeidiger. Freier. Vitaler.

4. Die sogenannten Mobility Drills – wie die Übungen beim Mobility-Training genannt werden – lassen es in herrlicher Art und Weise zu, dass man sich spielerisch an sie herantasten kann. Gerade dieser spielerische Zugang ist für uns Erwachsene eine schöne Sache. Spielen, bewegen, entdecken und so etwas für die eigene Gesundheit und Fitness tun – das tut spürbar gut!

5. Wer ein besseres Körpergefühl entwickeln will, ist hier genau richtig. Denn bei diesem Training herrscht das Prinzip vor: Sicherheit zuerst! Schmerzhafte Bewegungen werden daher vermieden, man arbeitet sich langsam und stetig vor, testet aus, fühlt und spürt, variiert viel und entdeckt Zusammenhänge. Was hat eine alte Verletzung damit zu tun, dass die Beweglichkeit an bestimmten Stellen seit damals eingeschränkter ist? Welche Auswirkungen können Narben mit sich bringen? Wie ist eigentlich meine Körperhaltung? Mobility-Training schafft ein besseres Feingefühl für den eigenen Körper und die Gesundheit. Und das ist immer ein Gewinn, nicht wahr?

Sie wollen direkt loslegen?

Gute Anlaufstellen für Mobility-Training sind Sportphysiotherapeuten und erfahrene Personal Trainer. Auch im Crossfit spielt Mobility eine große Rolle. Aber auch auf YouTube findet man mittlerweile viele gute Videos von Trainern, um sich zu Hause heranzutasten. Oder man greift zum Buch. Das umfangreichste Werk ist hierzu aktuell „Mobility – Das große Handbuch“ von Patrick Meinart und Johanna Bayer, welches über 100 Übungen beinhaltet.

Wir wünschen viel Spaß beim Beweglichkeitstraining & spielerischen Entdecken!