Muskelkrämpfe

Aktualisiert am: 01.03.2010

Wenn die Wade streikt

Das Problem taucht mitten im Sport und scheinbar aus heiterem Himmel auf: der Muskelkrampf. Aber wie kommt es wirklich dazu, wie harmlos sind die Beschwerden tatsächlich und vor allem: Was kann man dagegen tun?

Autorin: Andrea Krieger

Wenn bei einem Fußballmatch gegen Spielende einer der Helden schmerzverzerrt am Boden liegt, hat ihn meist ein simpler Wadenkrampf in die Knie gezwungen. Ein plötzlich auftretender steinharter und schmerzender Wadenmuskel ist meist auch der Grund dafür, wenn ehrgeizige Marathon-Läufer mit verärgerter Miene ins Ziel humpeln. Man braucht aber kein Sport-Ass zu sein, um einen Krampf zu bekommen. Ein streikender Muskel macht auch vor Hobbyathleten nicht Halt.

Häufig ist Magnesium schuld am Wadenkrampf

Was dabei im Körper falsch läuft, erklärt der renommierte Wiener Facharzt für Sportmedizin und Unfallchirurg Florian Frisee folgendermaßen: "Der Krampf ist eine abgebrochene Muskelaktivität. Normalerweise verhält es sich so: Sobald man die Entscheidung fällt, eine Bewegung auszuführen, ergeht an den Muskel der Befehl 'Anspannen!'. Danach entspannt sich der Muskel von alleine wieder. Bei einem Krampf bleibt diese Erschlaffungsphase jedoch aus." Schuld daran ist meist ein gestörter Magnesiumhaushalt. Das Mineral spielt nämlich eine tragende Rolle für die Kommunikation zwischen den Muskelzellen.

Im Fachjargon spricht man bei einem Muskelkrampf von einer "Elektrolytverschiebung im Blut". Ein Problem, das bei Sportlern auftaucht, wenn sie sich überanstrengen, stark schwitzen und dabei viel Flüssigkeit verlieren beziehungsweise zu wenig trinken. Auch wer dem Alkohol gefrönt hat, bekommt tags darauf leichter einen Krampf.

Krämpfe durch Medikamente

Bestimmte Medikamente können ebenfalls eine solche Elektrolytverschiebung mit sich bringen. Etwa Diuretika, die die Elektrolyt- und Wasserausscheidung erhöhen und von Blutdruckpatienten eingenommen werden. Oder Abführmittel, insbesondere bei einem Missbrauch, wie er bei Bulimikerinnen vorkommt. Ganz ohne Pillen geht eine Schwangerschaft mit einer Elektrolytverschiebung einher. "Meistens sind die Waden betroffen", weiß Sportmediziner Frisee. Aber auch der Fuß und das Schienbein sind nicht gänzlich davor gefeit.

Gefährlich ist ein Krampf trotz der Schmerzen in der Regel nicht, es gibt aber Ausnahmen. "Ein Wadenkrampf beim Schwimmen kann dazu führen, dass man in Panik gerät und untergeht", so Frisee. Lange Strecken schwimmt man deshalb besser nicht alleine. Im Ernstfall ist es wichtig, die Nerven zu bewahren. Betroffene sollten auf dem Rücken treibend versuchen, den Muskel zu strecken.


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