Warum Muskelkraft für Ihr Leben von unglaublichem Wert ist

Wir halten sie für selbstverständlich. Und wir denken, dass sie immer da sein werden. Die Rede ist von unseren Muskeln; nicht von Muskelbergen, sondern von ganz normalen Muskeln, die uns Tag für Tag durch unseren Alltag bringen, uns gehen, laufen, tragen und heben lassen und dafür sorgen, dass wir alles, was wir machen wollen, bewältigen können.

Dabei vergessen wir aber gerne eines: dass wir mit jedem zusätzlichen Lebensjahr auch etwas dafür tun sollten, uns diese Muskeln zu erhalten. Denn diese sind nicht einfach nur so da, sondern agieren nach einem einfachen Prinzip: Werden sie gebraucht, sprich ihre Funktion verwendet, werden sie weiter für uns da sein und manchmal – gezielt trainiert – auch ihre Funktion verbessern. Braucht man sie dagegen eher selten, weil man vorwiegend sitzt oder liegt, verabschieden auch sie sich ab unserem 30. Lebensjahr langsam, aber sicher.

Tatsache ist nämlich leider, dass unsere Muskulatur und damit auch unsere Kraftfähigkeit von Natur aus schleichend und rund um das 60. Lebensjahr aufwärts sogar noch ein bisschen schneller abgebaut wird, sofern – und das ist der springende Punkt – wir unserem Körper nicht zeigen, dass wir sie absolut brauchen und etwas dafür tun, um sie so gut es geht zu erhalten.

Wozu brauchen wir Muskeln überhaupt?

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, für was genau Sie Muskeln denn eigentlich wirklich brauchen, immerhin sind Sie bisher in Ihrem Leben gefühlt auch gut ausgekommen. Muskeln haben viele Funktionen und definitiv mehr, als uns einfach aus eigener Kraft von A nach B zu bringen, aber Kraftfähigkeit ist sicherlich eine, die wir alle sehr zu schätzen wissen. Oft vergessen wir diese Funktion aber leider und sehen Muskeln eher aus einer optischen Perspektive.

Doch wussten Sie, dass Muskeln höchst stoffwechselaktiv sind? Dass Sie eine gute Muskulatur vor einem Typ-2-Diabetes bewahren kann? Dass Muskeln nicht nur körperformend und straffend wirken, sondern auch wirksame „Organe“ unseres Körpers sind, die Ihre Lebensqualität spätestens im fortgeschrittenen Alter sehr stark steigern können, weil Sie dadurch selbstständiger und unabhängiger sind? Muskeln machen Sie stark und gesund, deshalb sollte man sie absolut nicht vernachlässigen.

Das können Sie tun

Was also braucht es, um sich in jedem Alter gesund und fit zu halten und etwas für die eigene Muskulatur zu tun? Eigentlich nur ein paar Bewegungsmuster wie ziehen, drücken, beugen und strecken. Zug- und Druckbewegungen der Arme wie rudern, Klimmzüge (und Vorstufen dazu, je nach Kraft-Level) sowie Liegestütz-Varianten trainieren Arme und Oberkörper, Kniebeugen, Ausfallschritte & Co. die Beine, jede komplexe Ganzkörperübung trainiert außerdem auch Ihren Rumpf mit und sorgt so für eine stabile Körpermitte. Diese kann zusätzlich auch mit Stützübungen wie Unterarm- und Seitstütz-Varianten trainiert werden. Kreuzheben (eine beugende Bewegung aus der Hüfte) stärkt außerdem den Rücken und die Beinrückseiten. Es gibt viele Übungsklassiker, die Ihren gesamten Körper beanspruchen, Sie fit halten und dazu auch noch Spaß machen.

Denn es ist wichtig zu verstehen, dass es nicht darum geht, Muskeln aufzupumpen, sondern Bewegungsabläufe und Bewegungen zu trainieren, die man auch im Alltag brauchen kann, wenn man etwas hebt, trägt, wenn man aufsteht oder geht. Genau das nennt man funktionell und das ist das, was wir aus gesundheitlicher Sicht brauchen, v. a. wenn wir an unsere Lebenszeit jenseits der 70 denken.

Trainiert man einfach nur an Kraftmaschinen, ist das zwar nett für die isoliert trainierte Muskulatur, aber Ihre Muskeln lernen dabei nicht, miteinander zu arbeiten, weil sie nicht als Einheit trainiert werden. Setzen Sie deshalb beim Training lieber auf Ihr Körpergewicht, freie Gewichte, kurzum auf funktionelles Training, wenn Sie fit für den Alltag sein wollen, denn im echten Leben finden Sie auch keine stützenden Schienen, die Ihnen beim Heben, Tragen oder Gehen zur Hand gehen.

Werden Sie aktiv und wenn es „nur“ täglich ein paar wenige Liegestütze, Klimmzug-Varianten und Kniebeugen sind. Und denken Sie daran: Wichtig ist ein regelmäßiges, ganzjähriges und lebenslanges Training. Machen Sie es also am besten zur Routine, das hilft auch im Kampf gegen den inneren Schweinehund.

Falls Sie mehr Übungsinspirationen oder Motivation brauchen, haben wir noch ein paar Buchtipps für Sie.

Weiterführende Buchtipps

Hocheffizient trainieren. Dr. Christian Zippel
Bewegung als Therapie. Harmut Zwick (Hrsg.)
Fit ohne Geräte. Mark Lauren
Functional Training. Michael Boyle