Was tun bei Piriformis-Beschwerden?

Der Piriformis-Muskel ist mittlerweile in aller Munde. Nicht nur Läufern verursacht der birnenförmige Gesäßmuskel nämlich gerne einmal Beschwerden, welche sich auf sehr schmerzhafte Art und Weise äußern können, viele Menschen haben auch Ischiasbeschwerden, weil ein entzündeter, verkürzter oder verhärteter Piriformis-Muskel auf den Ischiasnerv drückt. Das sogenannte Piriformis-Syndrom kann dann in manchen Fällen auch zu Rückenschmerzen oder Ausstrahlungen bis in die Beine führen, weshalb es manchmal auch als Bandscheibenproblem fehlinterpretiert wird.

Ursachen für diese Beschwerden können beispielsweise langes Sitzen im Büro oder im Flugzeug, lange Autofahrten, ein Sturz oder Unfall oder auch einseitige Belastungen sein (wie beispielsweise beim Laufen, wenn das Training zu schnell gesteigert wird, der Muskel sich stark verkürzt oder die Muskulatur überlastet wird). All das kann den Piriformis-Muskel und auch die Nerven reizen, was wiederum zu Schmerzen in diesem Gesäßbereich oder auch im Bereich des unteren Rückens führen kann.

Was tun?

Das Wichtigste bei Schmerzen ist erst einmal der Gang zum Arzt, um gerade bei Rückenschmerzen und eventuellen Ausstrahlungen in die Beine einen Bandscheibenvorfall auszuschließen.

Hierbei macht es Sinn, sich einen Arzt zu suchen, der eng mit Physio- und Sporttherapeuten zusammenarbeitet. Denn gerade beim Piriformis-Syndrom zeigt sich, dass sogenannte konservative Behandlungen (also keine invasiven operativen Eingriffe) wie Physiotherapie und Dehnungsübungen eine starke Wirksamkeit haben können.

Was man selbst tun kann

Es gibt es aber auch einiges, was man selbst tun kann, sofern die Beschwerden ärztlich abgeklärt sind und es sich in der Tat um ein Problem des Piriformis-Muskels handelt.

Neben Dehnübungen des Muskels selbst (hier kann auch Yoga eine große Hilfe sein, weil dabei vielfach die hüftumspielende Muskulatur sowie Gesäßmuskulatur gedehnt wird), ist es wichtig, den Beckengürtel und Rumpf zu stärken sowie Haltungsfehler zu vermeiden bzw. zu korrigieren.

Auch das Arbeiten mit einer Faszienrolle und am besten einem Faszienball, welcher gezielt den Piriformis-Muskel triggert, können auf lange Sicht schmerzlindernd wirken.

Ansonsten gilt: Ausgeglichene körperliche Aktivität ist wichtig, während man langes Sitzen vermeiden sollte, genauso wie falsches Heben oder das Sitzen mit einem Geldbeutel in der Hosentasche, welcher zusätzlichen Druck in dieser Region ausübt.

Neben Bewegung sind aber auch die Säulen einer gesunden Ernährung und eines guten Schlafs wichtig, um einen schmerzfreien Alltag gewährleisten zu können, denn gerade, wenn es zu Entzündungen oder Verhärtungen im Körper kommt, ist es noch wichtiger, was wir zu uns nehmen und wie erholsam wir schlafen und uns damit regenerieren. Das Gleiche gilt für Stress, welcher für jegliche gesundheitliche Probleme nicht förderlich ist.

Sollten Sie unter Beschwerden leiden und bereits einen Arzt aufgesucht haben, aber trotz aller Bemühungen noch nicht beschwerdefrei sein, scheuen Sie sich nicht, eine weitere ärztliche Meinung einzuholen und sprechen Sie Ihren Arzt auch auf die Möglichkeit eines Piriformis-Syndroms an.

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Ischiasbeschwerden und das Piriformis-Syndrom von Katharina Brinkmann und Nicolai Napolski