Problemzonen

© Dreamstime/Valua Vitaly
Aktualisiert am: 03.01.2011
Das Gfrett mit dem Speck
Nach dem Jahreswechsel ist die Zeit der guten Vorsätze. Regelmäßiger Sport steht da ganz oben auf der Liste. Was man sich davon verspricht, ist allerdings oft unrealistisch. Meist lautet der Wunsch, Fettpölsterchen an Problemzonen gezielt wegzutrainieren.
Autorin: Andrea Krieger
Gesundheit hin oder her: Oft ist es doch in erster Linie die Optik, die die Menschen in die Fitnesscenter treibt und zum Sporteln bewegt. Nicht nur schlanker will man auf diese Art werden, was ja in den meisten Fällen ohnehin gesünder ist. Auch den verhassten Problemzonen, die im Sommer kaum zu kaschieren sind, soll's jetzt an den Kragen gehen. Ob diese nun in Form von "Reiterhosen", Hüftspeck, dicken Oberschenkeln, einem Bäuchlein oder einem überdimensionierten Po auftreten.
Und so sieht manche Frau vor ihrem geistigen Auge bereits die Gazellenbeine einer Primaballerina oder die Wespentaille eines Models, wenn sie sich zu Jahresbeginn voller guter Vorsätze in einem Fitness-Studio einschreibt. Männer wiederum träumen von der Metamorphose ihres "Schwimmreifens" in einen Waschbrettbauch, den sie spätestens in der nächsten Badesaison stolz präsentieren wollen. Sie mögen noch so viele Sit-ups machen: Problemzonen wegzutrainieren bleibt ein frommer Wunsch.
Traum & Wirklichkeit
Die Wiener Sportärztin Dagmar Rabensteiner kennt diese Hoffnung nur zu gut. Immer wieder wird die ehemalige Profiläuferin in ihrer Praxis damit konfrontiert – und muss ihre Patienten enttäuschen. Selbst ein maßgeschneidertes Trainingsprogramm hilft da nicht weiter. "Man kann zwar einen Muskel lokal aufbauen, aber nicht gleichzeitig das Fettgewebe darüber abbauen," erklärt Rabensteiner das Problem mit den Problemzonen. Fett und Muskeln schließen einander nämlich keineswegs aus. Dass eine friedliche Koexistenz zwischen einer gut trainierten Bauchmuskulatur und einer "Wampe" durchaus möglich ist, beweisen nicht zuletzt Gewichtheber und Sumo-Ringer.
Wieso aber, fragt man sich, heißt es dann immer, dass Muskeln Fett verdrängen? Rabensteiner erklärt, wie das tatsächlich zu verstehen ist: "Je mehr Muskelmasse jemand aufbaut, desto höher wird sein Grundumsatz. Wenn jemand also mit dem Krafttraining beginnt und so viel wie bisher isst, wird er mit der Zeit seinen Körperfettanteil reduzieren."
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