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Frau beim Qigong-Training

Aktualisiert am: 15.04.2011

In der Ruhe liegt die Kraft

Den Atem ruhig fließen lassen, den Bewegungen nachspüren, den Körper sanft strecken – so entspannend ist Qigong. Die Jahrtausende alte Bewegungslehre aus China ist nicht nur eine optimale Anti-Stress-Methode, sie stärkt die Wirbelsäule und den Rücken, verbessert die Beweglichkeit und Körperhaltung, erhöht die Sensibilität und das Bewusstsein, steigert die Konzentrationsfähigkeit und ist damit ein Spitzen-Anti-Aging-Programm.

Autorin: Rosi Dorudi

Qigong (gesprochen: "Tchi Kung") ist eine der Säulen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Wörtlich übersetzt bedeutet Qigong "Arbeit mit der Lebensenergie". Nach dem Konzept der chinesischen Medizin fließt das Qi durch alle inneren Organe und durch die Energiebahnen unter der Haut, den so genannten Meridianen. Man geht davon aus, dass bei Krankheiten dieser Zustand gestört ist, sprich: es strömt zu wenig oder zu viel Lebensenergie durch die betroffenen Regionen. Durch spezielle Bewegungen, Atemtechniken und Meditationsübungen wird der Fluss des Qi regeneriert und so an die richtigen Stellen im Organismus gelenkt, um innere Spannungen abzubauen und Körper und Geist wieder in Einklang zu bringen.

Die Methoden

Es gibt eine Vielzahl an Qigong-Methoden. Die Wahl der Übungen richtet sich vor allem nach dem individuellen Bedarf und nach der persönlichen Zielsetzung. So sind Übungen im Liegen speziell für kranke und schwache Menschen konzipiert und helfen auch bei Schlafstörungen, im Sitzen bewirken sie eine Stärkung des Körpers und im Stehen steigern sie zusätzlich die Konzentrationsfähigkeit.

Die Bandbreite der Bewegungsabläufe erstreckt sich von komplizierten und einfachen, schnellen und langsamen Übungen oder Bewegungen mit großem oder kleinem Kraftaufwand. Die verschiedenen Qigong-Methoden können dann noch weiter unterteilt werden, zum Beispiel in Körperhaltungsübungen, Atemübungen, Übungen für die Vorstellungskraft, Übungen für die körperinneren Abläufe (Blut, Puls, Atmung, Funktionskreise der Organe) sowie Übungen für den Knochenbau, Sehnen, Muskeln und die Haut. Charakteristisch für alle Übungen sind jedoch die langsamen, sanft fließenden und meditativen Bewegungen.

Die Praxis

Die wichtigsten Grundpositionen sind leicht zu erlernen. Am besten geht das in einem Qigong-Kurs, oder Sie besorgen sich eines der vielen Übungsbücher, die teilweise auch mit Audio CDs oder DVDs erhältlich sind, wie Wilhelm Mertens' und Helmut Oberlacks "Qi Gong. Entspannt, gelassen und hellwach. Lust zum Üben" oder "Qigong nach den Fünf Elementen" von Petra Hinterthür (beide Gräfe + Unzer). Die wohl bekannteste Qigong-Übung ist das "Spiel der fünf Tiere". Dabei handelt es sich um eine Übung, in der man die natürlichen Bewegungen der fünf wilden Tiere Tiger, Hirsch, Bär, Affe und Vogel nachahmt.  Eine Methode, die sich hervorragend dazu eignet, aufgestaute Aggressionen abzubauen.

Trainiert wird am besten an einem Ort, egal ob drinnen oder draußen, an dem Sie ungestört sind und sich wohlfühlen. Die günstigste Übungszeit ist der Morgen. Üben Sie möglichst nicht mit vollem, aber auch nicht mit leerem Magen. Ihre Kleidung sollte bequem sein und nicht einengen. Um einen guten Kontakt zum Boden zu haben, eignen sich Schuhe mit dünnen, flexiblen Sohlen, aber auch Socken sind zu empfehlen, solange Sie keine kalten Füße bekommen. Konzentrieren Sie sich auf eine gleichmäßige, tiefe Atmung. Das Wichtigste, was Sie beim Qigong beachten müssen: Entspannen Sie sich und konzentrieren Sie sich völlig auf die Übungen.

Qigong als Heilgymnastik

Zwar sind die Studien hinsichtlich Qigong in der Schmerztherapie noch sehr rar, Untersuchungen weisen allerdings darauf hin, dass Qigong nicht nur das Wohlbefinden steigert, sondern auch Krankheitssymptome lindern kann. Bewährt hat es sich bereits bei Rückenschmerzen, Verspannungen, Bluthochdruck, Arthritis und Osteoporose. Auch psychische Probleme wie Nervosität, Stress oder Angst können durch die fernöstliche Bewegungstherapie gelindert werden. Der Vorteil: Qigong-Übungen sind meist leicht zu lernen und brauchen keine besondere Beweglichkeit oder Kraft. Daher ist Qigong auch für Schwangere, alte und kranke Menschen geeignet. Damit Qigong jedoch tatsächlich einen gesundheitlichen Nutzen entfaltet, sollte man die Übungen möglichst täglich durchführen.


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