Regeneration
Experte: Mag. Michael Mayrhofer
Aktualisiert am: 30.05.2006
Use it or lose it
Aber unser Körper kann sich nicht nur regenerieren, sondern in vielen Fällen auch "überregenerieren". Das ist der Grund, wieso wir stärkere Bänder, Muskeln, Knochen usw. bekommen können.
Wir sind im wahrsten Sinn des Wortes in der Lage uns "aufzutunen". Das Sprichwort "Use it or lose it" drückt in dieser Hinsicht die Regenerationsfähigkeit des Körpers sehr gut aus: Was man nicht nutzt, geht verloren. Oder anders gesagt: So schnell wie sich der Körper bei richtiger Durchführung an eine Belastung gewöhnt, so schnell gewöhnt er sich auch ans Nichtstun.
Die Fähigkeit, sich aktiv an Änderungen und Anforderungen der Umwelt anzupassen, ist also eine wichtige Voraussetzung für alle höher entwickelten Lebensformen, inklusive natürlich des Menschen. Um wieder die Analogie des Automechanikers zu benutzen - der Körper ist im Sinn der Anpassung an Anforderungen der Umwelt mit einem Mechaniker zu vergleichen, der sein Auto an ständig wechselnde Fahrbahnbedingungen anpasst.
Zeichen der Vernachlässigung
Viele Beschwerden sind Ausdruck eines vernachlässigten Körpers, z.B. brauchen die Bandscheiben und Knorpeln Bewegung, damit sie mit Nährstoffen versorgt und von schädlichen Abbauprodukten befreit werden. Die Wirbelsäule ist ebenso wie die Gelenke auf die Unterstützung von Muskeln und Bändern angewiesen. Die Muskeln benötigen aber ebenfalls Belastungsreize, um sich "aufzutunen", bzw. auf einem bestimmten Niveau bleiben zu können.
Gesunde Belastung ist also wichtig - Überlastung allerdings gefährlich. Gibt man dem Körper nicht genügend Zeit, um sich an die Belastung anzupassen, oder ist die Belastung einfach zu groß, wird der Körper auf lange Sicht geschädigt. Aber nicht alle schädlichen Einflüsse lassen sich verhindern - wer etwa täglich am Computer sitzen muss, kann nicht einfach seinem Rücken zuliebe den Job wechseln. In solchen Fällen kommt es auf den richtigen Ausgleich im richtigen Maß an.
Richtige Intensität
Bei der Frage, wie viel Sport zu viel ist, sollte die Rolle eines gut ausgebildeten "Körpergefühls" nicht unterschätzt werden. In der Regel meldet sich der Körper zu Wort, wenn die sportliche Belastung nicht richtig gewählt wird. Wer Sport treibt, sollte also auf die Signale des eigenen Körpers hören. Spätestens dann, wenn die Bewegung weh tut, oder man keine Power mehr hat, wird es Zeit für eine Pause. Der Körper ist nicht mehr in der Lage, die Belastung zu verkraften. Wer weiter macht, schadet sich selbst. Im Extremfall können sich dabei chronische Verletzungen oder auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickeln.
Gerade anfangs können Trainer bei der Intensitätssteuerung des Trainings unerlässliche Hilfe bieten. Die körperlichen Grenzen sind allerdings individuell unterschiedlich: Ein durchtrainierter Läufer kann beispielsweise deutlich länger und intensiver joggen als ein Anfänger. Andere Faktoren, die die Fitness beeinflussen, sind Alter, Figur und Beschaffenheit der Muskulatur.
Die wichtigste Sportregel
Trainieren Sie besser weniger bzw. eine gut dosierte Anstrengung und dafür häufiger, als sporadische Höchstleistungen. Spätestens vom 30. Lebensjahr an ist es zudem ratsam, sich ärztlich untersuchen zu lassen. Zusammengefasst kann man sagen, dass die Frage, wie viel Sport zu viel ist, nicht pauschal beantwortet werden kann. Es hängt eben von vielen Faktoren wie dem Trainingszustand, Vererbung, Alter usw. ab, wie viel Sport zu viel ist. Jeder sollte selbst herausfinden (natürlich auch mit professioneller Hilfe), mit welchem Ausmaß an Bewegung er sich am wohlsten fühlt.
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