Schluss mit den Mythen zur Fettverbrennung

„Abnehmen funktioniert nur durch Fettverbrennen“ – Das ist einer der hartnäckigen Mythen zum Thema. Dabei hat Abnehmen vor allem mit einem zu tun: Man verbraucht mehr Energie, als man dem Körper zuführt. Es geht außerdem viel mehr um einen Fettabbau und weniger um die Fettverbrennung an sich.

Welche Trainingsformen am effektivsten sind und was es mit dem tatsächlichen Fettstoffwechseltraining auf sich hat, erfahren Sie in diesem Artikel.

Lang langsam laufen

Lange Zeit hielten sich Gerüchte wie dieses: Wer lange sehr langsam läuft, der nimmt am schnellsten ab. Schnelles Laufen oder Sprints galten als nicht zielführend, um „Fett zu verbrennen“. Schließlich ging es eher darum, in der „Fettverbrennungszone“ zu bleiben.

Tatsächlich wurden hier zwei wesentliche Dinge miteinander vermischt: Es stimmt einerseits, dass man bei langem langsamen Laufen vorwiegend Fett verbrennt (aber auch Kohlenhydrate in Form von Glykogen, denn unser Stoffwechsel nimmt sich immer mehr als nur einen „Treibstoff“).

Andererseits ist es so, dass ein schneller Lauf bei höherem Tempo mehr Kilometer mit sich bringt und man so in gleicher oder sogar weniger Zeit mehr Energie verbraucht. Im Gegensatz zum langsamen Laufen wird bei schnellem Tempo mehr Glykogen verbraucht. Fürs Abnehmen ist es allerdings unerheblich, welche Energiequelle (Fett oder Glykogen) man als Haupthahn anzapft.

Entscheidend ist v. a. eines – und zwar die Energiebilanz: Wie viel Energie (Kilokalorien) führe ich meinem Körper durch Lebensmittel und Getränke zu und wie viel verbrauche ich durch meinen Lebensstil (Grundumsatz plus Aktivitäten)? Je nachdem, wie diese Bilanz ausfällt, werde ich Fett auf- oder abbauen.

 

 

 

 

Wann macht welches Training Sinn

Die Frage, die sich stellt, sollte also jene nach dem Ziel sein. Denn ja, auch langsames Laufen macht Sinn. Nämlich dann, wenn man beispielsweise auf eine sehr lange Distanz wie einen Marathon oder einen Mittel- oder Langdistanz-Triathlon trainiert.

Wie man sich denken kann, geht es dabei nicht darum, abzunehmen, sondern durch Trainingseinheiten wie diese den Fettstoffwechsel und damit die Energiebereitstellung von Fett zu trainieren, damit dies im Wettbewerb rund läuft. Die Fettverbrennung startet übrigens auch nicht erst nach dreißig Minuten, sondern bereits zu Beginn einer Trainingseinheit, nach besagter halben Stunde ist lediglich der Anteil der Fette als Energielieferant am höchsten.

Lautet das Ziel nicht Fettstoffwechseltraining, sondern Fett abbauen bzw. abnehmen und das am besten bei geringem Zeitaufwand, so sind andere Trainingsmethoden wesentlich effektiver. Beim Laufen machen dann Tempoeinheiten und -intervalle mehr Sinn, vorausgesetzt, man ist nicht erst seit kurzem Läufer; in diesem Fall ist es ratsam, sich erst einmal eine gewisse Grundlage durch lockere, gemütliche Läufe zu erarbeiten, damit sich der Körper zunächst an Bewegungsablauf und Belastung gewöhnen kann.

Eine gute Abwechslung oder auch ein schonenderer Sporteinstieg für Neulinge ist das Radfahren. Hier machen intensive Einheiten wie Spinning Sinn. Auch Ganzkörpertraining mit Gewichten ist ideal, um den Fettanteil zu reduzieren. Kardiotechnisch noch intensiver geschieht das mit High-Intensity-Einheiten (HIT) oder beim Crossfit. Aber auch Boxen, Kick- und Thaiboxen sind wahre Fettburner. 

 

Training UND Ernährung führen zum Erfolg

Ein ganz wesentlicher Aspekt ist in diesem Zusammenhang naturgemäß auch die Ernährung, denn Training und Ernährung gehen Hand in Hand. Und um noch einen weiteren Mythos zu eliminieren: Wer Fett abbauen will, braucht dafür nicht auf Fett im Essen zu verzichten.

Er oder sie muss lediglich die guten Fette wählen. Lassen Sie Frittiertes, Süßspeisen und andere Transfette links liegen und achten Sie auf ausreichend gesundes Fett, welches in Avocados, Nüssen, Oliven- oder Rapsöl und anderen leckeren Dingen steckt. 

Und denken Sie daran: Wenn Sie Freude daran haben, lang und langsam zu laufen, oder auf einen bestimmten Wettbewerb hintrainieren, macht das absolut Sinn. Um jedoch abzunehmen, gibt es schnellere und bessere Wege.