Sportlerin trinkt Wasser (c) Fotalia/Meggj Hotsports

Sport in der Sommerhitze

Warum Trinken jetzt so wichtig ist

Bei Hitze schwitzen wir natürlich auch mehr. Dadurch verlieren wir viel mehr Flüssigkeit, was zu einem Leistungsabfall führt. "Ein Flüssigkeitsverlust von ein bis zwei Prozent des Körpergewichts – das ist ein Liter bei einem 70 Kilogramm schweren Mann – führt zu einem Leistungsabfall von zehn Prozent", macht der Sportmediziner Dr. Ocenasek deutlich. Ein bis zwei Liter schwitzen wir ganz rasch aus, wer jetzt nicht genug trinkt, spürt das ganz schnell.

Warnsignale des Körpers

Woran merkt man eigentlich, dass man zu wenig getrunken hat? "Ein erstes Warnsignal des Körpers ist, dass man deutlich weniger schwitzt", so Dr. Ocenasek. Hört man auf zu schwitzen, hat man bereits ein Wasserdefizit. Man produziert keinen Harn mehr. "Nach einer dreiviertel Stunde bis zu einer Stunde Radfahren sollte man idealerweise Harn produzieren. Das ist zwar lästig, aber gesund. Solange man Harn produziert, ist alles in Ordnung."

Ausgetrocknet?

Weitere Warnsignale sind trockene Haut und höherer Puls. "Wer etwa seit einer halben Stunde mit einem Puls von 130 läuft und dann merkt, dass der Puls zehn bis 15 Schläge hinaufgeht, sollte unbedingt trinken." Denn dies sei ein weiteres Zeichen, dass man ausgetrocknet ist. "Hierbei handelt es sich um körpereigenen Stress. Es werden freie Radikale produziert, die Herz-Kreislauf- bzw. Gefäß-Belastung durch die Anstrengung ist massiv, das Blut verdickt. Wenn man sich permanent dieser Überlastung ausliefert, ist das über die Jahre gesehen genauso schädlich für die Gefäße, wie wenn man rauchen würde", erklärt der Sportarzt.

Dr. Ocenasek beschreibt einen klassischen Fall: "Jemand geht zwei Stunden laufen, trinkt nichts und geht danach noch in die Sauna. Dort schwitzt er wieder. Dann kommt er aus der Sauna heraus, fühlt sich schwach, seine Mundwinkel hängen herunter und er spürt ein Kribbeln im Arm wie ein klassischer Schlaganfall-Patient. Doch er hat keinen Schlaganfall. Er ist so ausgetrocknet, dass sein Blut verdickt ist. Das dicke Blut verstopft die Gefäße, daher zeigt er Schlaganfall-Symptome."

Wasser, Wasser, Wasser – besonders bei Kindern

Also: Trinken, Trinken, Trinken ist im Sommer bei Sport noch wichtiger als sonst. "Pro Stunde Sport sollte man zirka einen Liter trinken", empfiehlt der Mediziner. Ob Wasser oder gespritzter Fruchtsaft ist dabei ganz egal. Kohlensäurehaltige Getränke sind allerdings für den Magen schlechter verträglich und auch von Energy-Drinks bzw. koffeinhaltigen Getränken rät er ab: "Koffein erhöht die Harnproduktion. Man hat also einen Viertelliter getrunken, verliert aber durch den Harn einen halben Liter. Das ist natürlich bei Hitze gefährlich."

Kinder verdursten leichter. Sie haben ein geringeres Körpergewicht und weniger Blut als Erwachsene, aber trotzdem eine große Körperoberfläche. "Flüssigkeitsverlust bei Kindern ist dramatischer als bei Erwachsenen. Sie entgleisen schneller in ihrem Wasserhaushalt. Daher sollten Kinder genauso viel trinken wie Erwachsene, denn sie trocknen viel leichter aus", macht Dr. Ocenasek deutlich.

Ein Zuviel gibt es nicht

"Zu viel trinken kann man nicht, man kann nur zu wenig trinken", erläutert der Sportmediziner zum Abschluss. Ein Zuviel kann der Körper wieder abtransportieren. "Man hört immer wieder, dass es das Herz belasten soll, wenn man zu viel trinkt. Dies gilt aber nur für eine ganz kleine Gruppe von Herzinsuffizienz-Patienten", klärt er über ein Vorurteil auf. "Diese werden aber sowieso ganz anders gecoacht. Für einen halbwegs gesunden Sportler gilt das nicht."

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