Sport bei Hitze

Autorin: Mag. Sonja Tautermann

Aktualisiert am: 10.08.2009

Sport in der Sommerhitze

Wenn die Temperaturen steigen, wird Sport zu einer besonders schweiß- treibenden Angelegenheit. Jetzt ist es wichtig, anders zu trainieren. Wir sagen Ihnen, worauf Sie achten müssen, um trotz Hitze weiterhin sportlich aktiv und gesund zu bleiben.

Eines vorweg: Bereits hohe Temperaturen alleine belasten unseren Körper. "Durch Hitze entsteht eine außerordentliche Herz-Kreislauf-Belastung", erklärt der Linzer Sportmediziner Dr. Helmuth Ocenasek. "Durchblutung und Herzfrequenz sind erhöht, ein Großteil unseres Blutvolumens wird abgezogen, um unserem Körper Kühlung zu verschaffen." 

Zusätzliche Herz-Kreislauf-Belastung

Sport bei Hitze belastet das Herz-Kreislauf-System noch zusätzlich. Aber: "Der Körper beginnt nicht bei null, sondern bereits mit einer Vorbelastung." Wer nun den Fehler macht, sein gewohntes Trainingsprogramm trotz Hitze eisern durchzuführen, überlastet seinen Körper. Denn durch die zusätzliche Belastung kann man nicht die gesamte körperliche Leistung erbringen. "Wer zum Beispiel normalerweise mit einem Puls von 135 läuft und einen Ruhepuls von 80 hat, beginnt jetzt schon mit einem Ruhepuls von 100 – weil das Herz bereits arbeitet, um Kühlung für den Körper bereitzustellen", so Dr. Ocenasek. Man sollte also die Trainingsintensität dementsprechend verringern.

Zu heiß für Sport?

Grundsätzlich gibt es kein Limit, ab wie viel Grad man keinen Sport betreiben sollte. "Limitierend ist nicht die Außentemperatur, sondern der Leistungszustand", stellt Dr. Ocenasek klar. "Wenn man sehr gut trainiert ist, ist die Hitze vielleicht gar kein Problem. Ein Untrainierter braucht bei hohen Temperaturen aber möglicherweise gar nicht hinausgehen. Jemandem in einem schlechten Leistungszustand, wie zum Beispiel einem Herz-Patienten, empfehle ich nicht einmal, bei der Mittagshitze einen Spaziergang zu machen. Ein Trainierter wiederum braucht nur ein paar Prozent langsamer unterwegs sein."

Wann und wo?

Die idealen sportlichen Bedingungen findet man am Morgen vor. In der Früh ist die Ozonbelastung am geringsten, alternativ sind auch die Abendstunden gut geeignet. Bei sportlichen Outdoor-Aktivitäten nimmt man aber auch mehr Schadstoffe und giftige Substanzen auf, daher sollte man darauf achten, wo man sich bewegt. Immerhin ist die Atemfrequenz um das drei- bis achtfache beschleunigt und wir atmen viel tiefer. Also besser im Wald laufen als am Asphalt in der Innenstadt – aber das sagt uns ohnehin der Hausverstand.

Grundsätzlich gibt es keine Einschränkungen, welcher Sport im Sommer besser geeignet ist. Ein paar Sportarten haben aber praktische Vorteile: "Beim Radfahren kann ich ganz einfach Getränke mitführen und habe ebenso wie beim Inline-Skaten einen höheren Fahrtwind und somit einen kühlenden Effekt. Dadurch schwitzt man erst später", so der Mediziner.


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