Vielseitiges Fitnessgerät: Kettlebell

Kettlebell – Training mit Kugelhantel

Kettlebells im Test

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Was wie ein Sportgerät nur für Männer aussieht, entpuppt sich als ideales Fitnessgerät für jeden. Bereits mit zweimal pro Woche 20 Minuten Kettlebell-Training lässt sich nicht nur überflüssiges Fett verbrennen. Richtig eingesetzt ist die Kugelhantel ideal, um mehr Kraft und Ausdauer zu gewinnen oder das Herz-Kreislauf-System zu stärken.  

Respekteinflößend sehen sie aus, diese runden Eisenkugeln mit Griff ab vier Kilogramm. Ob die Kettlebell auch für mich als eher untrainierte Frau geeignet ist? Und kann man sich dabei verletzen? Solche Gedanken gehen mir durch den Kopf, als ich im Fitness-Studio CrossZone in Wien auf meinen Trainer warte. Andererseits hatte ich die Idee ja von einer Frau: Tracy hat in zwölf Wochen 45 Kilo verloren und wiegt nun statt 111 Kilo nur noch 59. Wie? Mit 2 x 20 Minuten Kettlebell-Training pro Woche. Davon hatte ich jedenfalls kürzlich im Buch "Der 4-Stunden-Körper" gelesen. Grund genug, das Ganze zu testen. Ich schaue mich um und sehe zum Glück nicht nur muskulöse, sportliche Männer, sondern auch einige Frauen. Und die sind keine Bodybuilderinnen. Ich bin hier also schon richtig.

Fett verbrennen mit der Kettlebell

Darin bestärkt mich auch Kettlebell & Fitness Trainer Richard Staudner: "Die Kettlebell kann ein sehr weibliches Trainingsgerät sein. Sie ist leicht zu bedienen, macht Spaß und ist dynamisch und abwechslungsreich." Das Training ist auf jeden Fall eines: effizient. "Mit 15 bis 20 Minuten Training kann man eine gute Grundfitness aufbauen, für die man im Fitnessstudio sonst ein bis 1,5 Stunden benötigt", sagt der Kettlebell-Experte und ergänzt: "Die kurze Trainingszeit und die hohe Intensität führen zu einer hohen Fettverbrennung. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass man bei einer hohen Intensität und Intervalltraining eine höhere Fettverbrennung erzielen kann als bei längeren Ausdauerläufen."

Kettlebell: Trendgerät mit langer Tradition

Die Kettlebell, auf Deutsch auch Kugelgewicht genannt, ist übrigens schon uralt. Bereits in der Antike trainierten die Athleten mit Eisenkugeln. Abgesehen von Russland, dem Baltikum und der ehemaligen DDR war die Kugel allerdings in Vergessenheit geraten. Dort sind bzw. waren sie vor allem beim Militär beliebt oder für Kraftdemonstrationen, wo mit den bis zu 48 Kilogramm schweren Kugeln schon mal jongliert wird. Zum Fitnesstrend in den USA wurden die Kettlebells über Pavel Tsatsouline, in Europa setzt sich Kettlebell-Weltmeister Gregor Sobocan für die Verbreitung ein. Seit einigen Jahren findet man die Kugeln nun auch in heimischen Studios. Beliebt sind sie vor allem bei Kampfsportlern.

Für jeden geeignet, vom Kind bis zum Pensionisten

Geeignet ist das Kugelgewicht für jeden. "Ich kann weder ein Kind noch einen Senior mit der Kettlebell überfordern, weil es kein Maximalgewicht gibt", so Staudner. Denn durch das Gewicht der Kugel ist man begrenzt, die Intensität wird durch die Wiederholungszahl gesteigert. Damen starten je nach Trainingszustand mit vier bis acht Kilogramm, Herren mit acht bis 16 Kilogramm. Bei Jugendlichen müsse man die Intensität einfach an die Gegebenheiten anpassen, so der Fitnesstrainer, ein 16-Jähriger trainiere beispielsweise ähnlich wie ein 60-Jähriger.