Steh auf

Neueste wissenschaftliche Untersuchungen belegen es schwarz auf weiß: Unser Dauersitzen, wie wir es im Alltag vielfach praktizieren, trägt unmittelbar dazu bei, dass chronischen Erkrankungen Tür und Tor geöffnet werden. Es gibt kaum eine Krankheit, die nicht in Zusammenhang mit täglichem stundenlangen Sitzen steht, was mit ein Grund ist, dass Sitzen oft als das neue Rauchen bezeichnet wird.

Ob chronisch-starke Schmerzen und Veränderungen am Bewegungsapparat, Diabetes Typ II, Depressionen, Fettleibigkeit oder Krebs – sie alle tauchen in den wissenschaftlichen Studien in Zusammenhang mit dem Dauersitzen auf dem Stuhl auf.

„Aber ich bewege mich dafür in meiner Freizeit viel und ausgiebig“, mag Ihnen vielleicht jetzt durch den Kopf schießen. Die schlechte Nachricht: Das ist schön und gut, aber wenn Sie zuvor über acht Stunden nahezu ohne Pause sitzend in Ihrem Bürostuhl verbracht haben und man auch noch die Zeit zur und zurück von der Arbeit mitrechnet, die wir auch meistens sitzend in einem Verkehrsmittel zurücklegen, dann verpuffen die ein, zwei Stunden Sport am Abend laut Studienlage leider dennoch, wenn es um die besagten Erkrankungen geht.

Was Sie tun können

Was Sie dagegen wirklich für Ihre Gesundheit tun können, ist eines: regelmäßig aufstehen und zwar alle 45 Minuten. Allein durch das Strecken der Hüfte tun Sie Ihrer Gesundheit schon einen großen Gefallen. Nutzen Sie also jede Gelegenheit, um sich regelmäßig aus dem Stuhl zu erheben und wenn es nur für einen kurzen Moment ist. 

Noch besser: Richten Sie sich einen aktiven, dynamischen Arbeitsplatz ein. Stehpulte und höhenverstellbare Schreibtische erlauben ein Arbeiten im Stehen, welches die deutlich gesündere Alternative zur sitzenden Haltung ist, wenn man weiß, worauf man dabei achten muss. Genaue Tipps und Anleitungen, wie Sie sich Ihren Arbeitsplatz einrichten können, finden Sie in unserem Buchtipp unter diesem Artikel. 

Gerade wenn man täglich am Schreibtisch arbeitet, lohnt es sich im Sinne seiner Gesundheit, seinen Arbeitsplatz einmal näher zu betrachten und zu überlegen, welche Möglichkeiten man hat, um positive Veränderungen vorzunehmen.

Denn auch wenn es derzeit vielleicht nur die immer wiederkehrenden Beschwerden im Nacken, in den Schultern und im unteren Rücken sind, so können es über die Jahre noch weit unangenehmere und noch ernstere Erkrankungen werden. Handeln Sie daher besser jetzt und sorgen Sie dafür, dass das ursprüngliche Dauersitzen durch regelmäßiges Aufstehen oder Arbeiten im Stehen durchbrochen wird.

Buchtipp

Sitzen ist das neue Rauchen. Dr. Kelly Starrett