Typische Trainingsfehler

Aktualisiert am: 22.03.2010

15 mal falsch gemacht

Gerade im Freizeit-Sport halten sich einige falsche Annahmen beharrlich. Viele glauben etwa, dass man erst ab 30 Minuten Training abnimmt und langsam laufen muss, um viel Fett zu verbrennen. Doch stimmt das wirklich?

Autorin: Andrea Krieger

Miriam Biritz und Iris Floimayr-Dichtl, beide Personal-Trainerinnen und studierte Sportwissenschafterinnen (www.diepersonaltrainer.at), haben in der Praxis immer wieder mit falsch verbreiteten Meinungen über das richtige Training zu tun. Sie erzählen uns, was die häufigsten Trainingsfehler sind.

1) Einfach loslegen!

Falsch. Vor allem älteren Semestern rät Biritz vor Trainingsbeginn zu einer Vorsorgeuntersuchung. "Wird ein gesundheitliches Problem erst beim Sporteln entdeckt, ist der Einsatz oft verlorene Liebesmüh."

2) Sich die Ziele möglichst hoch zu stecken, spornt an.

Besser ist die Politik der kleinen Schritte. "Viele starten übermotiviert und werfen frustriert nach drei Monaten das Handtuch, weil sich die Ergebnisse nicht so schnell einstellen", erzählt Personal-Trainerin Biritz: "Oder sie bekommen aus Überforderung Knie- oder Fußprobleme bzw. Verspannungen." Neben moderatem Training empfiehlt sie eine regelmäßige Leistungsdiagnostik. "So sieht man, wie man sich gesteigert hat." Hilfreich sind auch wiederholte Körperumfangsmessungen bzw. Ganzkörperfotos von vorne, hinten und der Seite. "Die Menschen merken sich nämlich nicht, wie sie vor Beginn des Sportelns ausgesehen haben."

3) Sobald man regelmäßig trainiert, kann man sich das Zufußgehen und Stiegensteigen sparen.

Falsch. Die vielen, kleinen Alltagsaktivitäten machen einen Gutteil der Gesamt-Fitness aus. Wer sie weglässt, sobald er zu trainieren beginnt, wird nicht viel Veränderung merken.

4) Aufwärmen ist Zeitverschwendung.

Ganz und gar nicht. Ein Kaltstart belastet die Gelenke und erhöht die Verletzungsgefahr.

5) Je langsamer man läuft, desto mehr Fett wird verbrannt.

Falsch. Es stimmt zwar, dass anteilsmäßig bei niedriger Geschwindigkeit mehr Fett verbrannt wird, dafür werden aber absolut sehr wenige Kalorien abgebaut. Wenn es dem Speck wirklich an den Kragen gehen soll, läuft man am besten so, dass man es auch 30 bis 45 Minuten lang durchhält. Wählen Sie also jenes Tempo, bei dem Sie gerade noch reden können. Wer schneller unterwegs ist, muss wegen Erschöpfung binnen kürzester Zeit aufgeben.

6) Man nimmt erst nach 30 Minuten Ausdauertraining ab.

Irrtum. Kalorien bzw. Fett werden immer verbrannt.

7) Während des Joggens kann man ruhig reden.

Falsch. Das Sprechen dient nur dem Check der richtigen Geschwindigkeit, ansonsten ist Schweigen angesagt. Plauder-Jogger machen einen großen Fehler. "Sie bringen sich um die Möglichkeit, Sauerstoff aufzunehmen", so Personal-Trainerin Biritz.


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