Liegestütze

Sieben-Minuten-Workout

Zirkeltraining mal anders!

Ein wissenschaftlich fundiertes, tägliches Mini-Trainings-Programm richtet sich an Karrieremenschen, die kaum Freizeit haben, aber doch irgendwie Energie auftanken müssen. Wecarelife-Mitarbeiterin Andrea Krieger probierte das Workout 12 Tage lang aus.

Gefühlte alle zwei Tage liest man von einem neuen Trainings-Programm. Es muss aber schon etwas Besonderes sein, wenn seriöse Medien über ein bestimmtes Workout berichten. Das so genannte "Sieben-Minuten-Workout" hat genau das geschafft. Nach einer Erwähnung im "New York Times Magazine" ging es um die Welt. Mittlerweile zählt Google 4,4 Millionen englischsprachige Einträge seit Mai. Außerdem hat das Programm stolze 19.300 Facebook-Fans.

Ratzfatz fit

Was hat dieses Workout, was andere nicht haben? Es basiert auf einer wissenschaftlichen Untersuchung, die, wie sich das gehört, in einer Fachzeitschrift, dem American College of Sport Medicine´s Health and Fitness Journal, veröffentlicht wurde. Die Fragestellung lautete: Wie erreicht man mit einfachsten Mitteln möglichst viel in minimaler Zeit?

7-Min-Workout im Selbsttest

Ich schlug der Redaktion einen zweiwöchigen Selbsttest vor und war zunächst recht angetan von meiner Idee. Als ich mir die 12-teilige Trainingsfolge dann näher ansah, war ich mir nicht mehr so sicher. Ich fand darunter auch Übungen, bei denen ich in der Bauch-Bein-Po-Stunde im Fitnesscenter schon öfter eine Meuterei anzetteln wollte. So machte ich mich mit einer gesunden Portion Respekt an meine erste Trainingseinheit. Ort: Mein Wohnzimmer. Utensilien: Ein paar Lieblings-CDs der flotten Sorte, eine Matte, ein Sessel sowie eine Uhr mit Sekundenzeiger für die 12/30-Sekunden-Einheiten und die 10-Sekunden-Pause dazwischen. Die werde ich in den nächsten sieben Minuten nicht aus den Augen lassen.

Augenblick, vergehe!

Während Nirvana "Here we are now, entertain us" singen, fange ich mit dem "Hampelmann" an, gefolgt von einer Halteübung für Po und Oberschenkeln. "Aha", denke ich, vom schnellen "Hampelmann" noch etwas außer Atem: "Konditions- und Krafttraining werden hier gleich kombiniert." Ist ja schließlich beides gleich wichtig, sagen Experten. Nummer 3 – Stichwort Meuterei – stellt mit gezählten 25, aber gefühlten 100 Liegestützen den Gipfel der Anstrengung dar. Vielleicht ex aequo mit der Übung Nummer 11, bei der ich abwechselnd einen Liegestütz mache, danach einen Arm zur Decke strecke und mich zur Seite drehe. Dass so kurz vor dem Ende nochmals so ein Härte-Fall daherkommt, nehme ich fast schon persönlich. Ein Dorn im Auge ist mir auch die Nummer 8, "das Brett" genannt, bei der ich auf den Fußspitzen und Unterarmen aufgestützt die Position halten muss. Wie gemütlich könnte das sein, wenn man dabei den Bauch "durchhängen" lassen könnte. Dann hieße die Position allerdings nicht "Brett", sondern eher "Grube" oder "Tal". Mit hochrotem Kopf starre ich auf die Uhr und beobachte den scheinbar langsamsten Sekundenzeiger der Welt. Augenblick, vergehe!