Ganzheitliches Workout an verschiedenen Trainingsgeräten.

Functional Training: Zirkeltraining mit Fun-Faktor

Muskuläre Dysbalancen ausgleichen

Gray Cook, der nicht nur Fitnesstrainer, sondern auch Orthopäde und Sportphysiotherapeut ist, stellte fest, dass selbst Athleten Schwierigkeiten bei grundlegenden Körperpositionen haben, wie er in seinem Buch "Der perfekte Athlet. Spitzenleistung durch Functional Training" beschreibt.

Zwar können Sportler Einschränkungen oder Asymmetrien zwischen linker und rechter Körperhälfte durch Schnelligkeit oder Geschicklichkeit kompensieren, allerdings auf Kosten der Effizienz. Unnötige Belastungen anderer Körperstellen und in der Folge eine leichtere Verletzungsanfälligkeit sind die Folge. "Beim Functional Training handelt es sich um eine Bewegungsform, mit der wir die Bewegungssymmetrie zwischen der rechten und der linken Körperseite herstellen und das Gleichgewicht zwischen Mobilität und Stabilität innerhalb des Körpers fördern", so Gray Cook.

Um Schwachstellen und Defizite der Tiefenmuskulatur in puncto Kraft und Balance auszuloten, entwickelte er eine Testfolge aus sieben funktionellen Übungen: Kniebeuge, Hürdenschritt, Ausfallsschritt, Schulterbeweglichkeit, aktives Beinanheben aus der Rückenlage, Liegestütz und Rotationsstabilität aus dem Vierfüßlerstand. Dieser sogenannte "Functional Movement Screen" (FMS) wird auch hierzulande angeboten.

Koordination und Beweglichkeit bei Wienern verbesserungswürdig

Die Fitnessstudiokette Manhattan führte in Wien erst vor kurzem eine Testreihe mit 15- bis 59-Jährigen unter der Leitung von Sportwissenschafter Alexander Novak durch, bei der unter anderem auch der FMS durchgeführt wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass das Zusammenspiel der Muskeln bei den getesteten Personen im Schnitt suboptimal funktioniert. In Bezug auf Koordination, Stabilität und Beweglichkeit haben die 15- bis 19-Jährigen im Schnitt gar schlechtere Werte als die der 20- bis 49-Jährigen. "Kinder und Jugendliche üben heute oft zu wenige unterschiedliche oder einseitige Sportarten aus. Sie lernen deshalb nur eine kleine Palette an Bewegungsmustern und haben im Schnitt schlechtere Resultate als die jetzt zehn Jahre ältere Generation", sagt Alexander Novak. Doch auch die Koordination und Beweglichkeit der 20+-Jährigen könnten deutlich besser sein.

Grundlegende Bewegungsmuster in den Alltag integrieren

Bei den grundlegenden bzw. sportartunspezifischen Bewegungen orientierte sich Gray Cook übrigens an Bewegungen, die in enger Beziehung zu jenen stehen, mit denen Babys und Kleinkinder das Drehen, Krabbeln, Klettern und Greifen üben. "Die meisten Babys haben bis zu einem Alter von ungefähr 6 Monaten bereits ein aggressives Core-Training hinter sich, bevor sie die ersten Schritte wagen", sagt er und ergänzt: "Ihr Training besteht aus Rollen um die Längsachse, einer Art Liegestütz, wenn sie sich durch Durchdrücken der Ellenbogen aufrichten wollen, und schließlich dem Vierfüßlerstand, über den sie versuchen aufzustehen."

Solche grundlegenden Übungen finden sich auch in unserem Workout im Loft 25 wieder. Ich bemerke, dass sie sich auch leichter in den Alltag integrieren lassen. Muskuläre Dysbalancen, etwa im Schulterbereich, sind bei mir als Schreibtischtäterin ja quasi vorprogrammiert. Diese gezielt auszugleichen, verbessert nicht nur die Haltung. Wenn wir zum Beispiel aus einer Kniebeuge heraus Hanteln hochheben, tun wir uns dann im Alltag auch leichter, eine Last hochzuheben.

Fazit

Geschafft, wir haben vier Runden mit acht einminütigen Stationen hinter uns. Ein schönes Gefühl, durchgehalten zu haben. Auch wenn da zwischendurch Zweifel waren, ob ich es schaffen könnte. Aber kleine Verschnaufpausen zwischendurch waren ohnehin erlaubt. Ich habe meine eigenen Grenzen ausgelotet und gespürt, wieviel Kraft in meinem Körper steckt. Der Fun-Faktor war hoch und das gemeinsame Training in der Gruppe spornt unheimlich an. Für mich steht fest: Ich komme wieder!

Functional Fitness in Wien mit Personal Trainer Michael Holzer: Mi 18-19 Uhr, 12 Euro (Einzelstunde).