Adoption

Aktualisiert am: 30.05.2006

Wartezeit

Die Wartezeit dauert in der Regel länger als eine Schwangerschaft. Eine gewisse Wartezeit hat auch den Vorteil, dass sich die Paare psychisch besser darauf einstellen und sich eingehender mit der Problematik beschäftigen können.

Manchmal kann die Zeit aber auch so lang sein, dass - wenn das Paar dann ein Kind bekommen würde - von ihrer Seite aus die Bereitschaft, ihr Leben umzustellen, nicht mehr da ist. Schwierig wird es dann, wenn der eine Partner das Kind noch unbedingt will und der andere eigentlich nicht mehr.
Diese lange Wartezeit ergibt sich auch dadurch, dass die Aufgabe der Adoptionsvermittlungsstelle nicht darin besteht, Kinder für Adoptiveltern zu beschaffen, sondern für die vorhandenen Kinder die besten Familien zu finden.

Situation der Adoptiveltern

Die Adoptiveltern fürchten sich oft davor, einer Mutter das Kind "wegzunehmen". Dies ist übrigens vielfach auch ein Grund für den Wunsch nach Auslandsadoptionen. Adoptiveltern sind geneigt zu glauben, eine arme Mutter habe in Ländern wie Rumänien, Vietnam oder Indien sowieso keine Chance, mit dem Kind zu leben.
Es besteht auch oft der Wunsch, ein Waisenkind zu adoptieren, weil dann die Auseinandersetzung mit den leiblichen Eltern wegfällt.

Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, dass Kinder, die freigegeben werden, häufig aus Verhältnissen kommen, die den Adoptiveltern fremd sind, z. B. Kinder von ausländischen Mitbürgern, behinderte Kinder, usw. Wer unbedingt ein Kind von österreichischen Eltern adoptieren will, wird länger warten müssen als jemand, für den das keine Rolle spielt. Wenn jemand bereit ist, ein behindertes Kind anzunehmen, muss er wahrscheinlich nur sehr kurz warten.


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