Ängste

Aktualisiert am: 30.05.2006

Ängste verstehen und überwinden

Jeder hat das Gefühl von Angst schon einmal kennen gelernt. Doch Angst hat viele Gesichter und kann krankhafte Ausmaße annehmen. Ihre Ängste können Sie jedoch auch erfolgreich überwinden.


In Zusammenarbeit mit Dr. Doris Wolf, Psychotherapeutin

Die meisten Menschen haben schon Bekanntschaft mit dem Gefühl der Angst gemacht. Die Fähigkeit, Angst zu empfinden, ist uns angeboren. Und doch unterscheiden wir uns darin,

  • in welchen Situationen wir Angst empfinden
  • wie häufig wir Angst empfinden,
  • auf welche Art und Weise sich die Angst äußert
  • wie stark unsere Ängste sind
  • wie wir mit unseren Ängsten umgehen
  • wie lange unsere Ängste anhalten

Wenn meine Klienten in der Praxis mir von ihren Ängsten berichten, dann haben sie meist die Vorstellung, nur sie alleine hätten solche Ängste. Sie quälen sich damit, sich für die Angst zu verurteilen, oder halten sich sogar für verrückt. Viele tun sich schwer, überhaupt über ihre Ängste zu sprechen. Und doch ist Angst ein außerordentlich wichtiges Gefühl.

Weshalb haben wir Angst?

Unsere Angst soll uns dabei helfen, unser Leben zu erhalten. Sie ist eine Alarmreaktion. Wir reagieren an diesem Punkt noch genauso wie unsere Vorfahren. Sie mussten vor wilden Tieren flüchten und mit feindlichen Stämmen kämpfen. Dazu benötigten sie Muskelkraft, Energie und Konzentration. Unsere Vorfahren mussten sehr schnell reagieren. Deshalb tritt unsere Angst auch heute noch blitzschnell in Erscheinung. Die Angst äußert sich in ganz unterschiedlichen Bereichen:

- im Körper

Wir atmen schneller und tiefer, die Muskeln spannen sich an, Puls und Blutdruck erhöhen sich, Appetit und sexuelles Verlangen lassen nach. Wir verspüren den Drang, Darm und Blase zu entleeren.

- im Verhalten

Wir flüchten oder meiden Situationen. Oder wir verfallen in eine Art Totstellreaktion, erstarren für den Augenblick.

- in Gedanken

Die Gedanken kreisen um die Gefahr. Wir sind hochkonzentriert. Wir beschäftigen uns damit, wie wir in Zukunft diese Gefahr vermeiden können. Ist die Angst zu groß, ist jedoch unser Denken blockiert.

Von der Natur aus ist es vorgesehen, dass die Angst nachlässt, sobald die Gefahr vorüber ist. Sobald wir unserem Körper Entwarnung geben, läuft die Veränderung in entgegengesetzter Richtung. Die Muskeln entspannen sich, die Atmung verlangsamt sich usw. Diese automatische Anpassung an die Anforderungen aus der Umwelt funktioniert allerdings nur, solange die Anforderungen nicht allzu groß sind. Problematisch wird es, wenn außergewöhnliche Belastungen eintreten, länger anhalten oder wir unserem Körper permanent Alarmsignale geben, wo äußerlich keine Belastung vorliegt. Dann entsteht ein Missverhältnis zwischen Anspannung und Entspannung.


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