Ängste

Aktualisiert am: 30.05.2006

Behandlungsmöglichkeiten

Was gibt es an Behandlungsmöglichkeiten?

Leichte Angsterkrankungen können in Eigenregie überwunden werden. Dauern die Angstreaktionen schon lange an, sind sie zu intensiv oder auf sehr viele Lebensbereiche ausgedehnt, sollte man sich Unterstützung in einer ambulanten Psychotherapie holen. Insbesondere die Verhaltenstherapie hat sich bei der Behandlung von Ängsten bewährt. Es kommt auch eine Behandlung in einer psychosomatischen Klinik oder bei einer Christoph-Dornier Stiftung in Münster, Marburg, Dresden und Braunschweig in Frage. Der Besuch einer Selbsthilfegruppe kann ebenfalls sehr entlastend, Mut machend und hilfreich sein.

Was müssen wir tun, um unsere Ängste erfolgreich zu überwinden?

So wie wir unsere Angstreaktion erlernt haben, können wir sie auch wieder verlernen. Zwei Drittel aller Betroffenen können innerhalb kurzer Zeit ihre Angst überwinden. Die folgenden Schritte kön ­nen uns dabei helfen:

1. Zunächst einmal müssen Sie sich klarmachen: Die meisten Ihrer Ängste entstehen nicht durch eine bestimmte Situation, sondern dadurch, dass Sie diese Situation als gefährlich und sich als hilflos ansehen. Dann müssen Sie sich beobachten, welche Gedanken Ihrem Angstgefühl vorausgehen. Gewöhnlich sind es Gedanken wie: "Bestimmt wird mir das... und das... passieren. Das könnte ich nicht ertragen".

2. Prüfen Sie diese Gedanken: Ist es denn wirklich so, dass dieses schlimme Ereignis mit Sicherheit auf Sie zukommen wird oder kam es bisher vielleicht nur einmal auf Sie zu? Und wenn es auf Sie zukommen sollte, haben Sie dann wirklich keine Möglichkeiten damit umzugehen?

3. Nun müssen Sie damit beginnen, die Situationen, die Sie bisher gemieden haben, wieder aufzusuchen. Für viele Menschen ist es einfacher, mit der einfachsten Situation zu beginnen. Deshalb notieren Sie sich am besten alle Situationen, vor denen Sie Angst haben, und beginnen mit der einfachsten. Erinnern Sie sich dabei daran, dass Sie mit der Situation und den darin auftauchenden Gefühlen umgehen können. Sie werden zunächst Angst empfinden. Sagen Sie sich deshalb: "Ich weiß jetzt, dass all meine körperlichen Symptome auftauchen werden, weil ich mir bisher erzählt habe, wie gefährlich die Situation ist. Sie sind das Ergebnis meiner Gedanken. Sie werden vorübergehen. Ich kann es ertragen, sie sind nur unangenehm. Ich werde jetzt in der Situation bleiben, bis ich ruhiger werde." Wichtig: Bleiben Sie in der Situation, bis die Angst nachlässt.

4. Erlernen Sie eine Entspannungstechnik wie etwa das Autogene Training oder die Progressive Muskelentspannung. Angst und Entspannung können wir nicht gleichzeitig empfinden. Wenn wir bewusst unserem Körper den Auftrag zur Entspannung geben, wird die Angst nachlassen.

5. Erinnern Sie sich daran: Angst kann man nur verlernen, wenn man mit Angst in die Situation geht. Mit zunehmender Übung wird die Angst abnehmen.

6. Da Angst ein körperliches Signal ist, das uns vor Gefahren bewahren soll, kostet es Energie, trotz Angst in die Situation zu gehen. Deshalb ist für manche Menschen eine therapeutische Unterstützung sehr hilfreich. Adressen finden Sie im Service-Teil auf der nächsten Seite.


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