Ängste

Aktualisiert am: 30.05.2006

Entstehung von Angst

Ab wann ist unsere Angst krankhaft?

Angst ist krankhaft,

- wenn sie unangemessen intensiv und zu häufig auftritt

- wenn sie zu lange anhält

- wenn sie belastet und starkes Leiden verursacht

- wenn sie zur Vermeidung wichtiger Aktivitäten führt

- wenn sie wesentliche Einschränkungen im Leben verursacht

Wie entsteht unsere Angst?

Es gibt Phasen in der Entwicklung, in der wir als Kinder ganz bestimmte Ängste erleben müssen - wie etwa die Angst vor Dunkelheit oder Gespenstern. Diese Ängste bauen sich jedoch bis zum Erwachsenenalter bei den meisten Menschen ab. Einen Großteil unserer Ängste, unter denen wir als Erwachsene leiden, haben wir erlernt. Das Erleben eines traumatischen Erlebnisses - wie etwa eines Unfalls, einer schweren Erkrankung, einer plötzlich auftretenden Übelkeit in der Öffentlichkeit, eines großen Misserfolgs, des Todes eines Angehörigen - können dazu führen, dass wir uns eine negative Sichtweise zulegen und von nun an diese Situationen als "gefährlich" ansehen. Wir unterschätzen unsere Fähigkeiten damit umzugehen und überschätzen die Gefahr. Wir rechnen beständig mit der Möglichkeit einer Wiederholung der schlimmen Erfahrung, haben Angst vor der erneuten Konfrontation. Schon in der Vorstellung, dass es nochmals passiert, bekommen wir Angstgefühle. Auch von überängstlichen Eltern können wir lernen, viele Situationen als gefährlich anzusehen, die es in Wirklichkeit gar nicht oder nicht in dem Ausmaß sind. Angstgefühle können auch auftreten, wenn wir über längere Zeit in starker Anspannung gelebt haben, weil beispielsweise ein Familienmitglied chronisch krank ist, sich der Partner von uns trennte oder unser Körper nach einer schweren körperlichen Erkrankung einfach erschöpft ist. Nicht zuletzt können auch körperliche Ursachen wie z.B. eine Schilddrüsenüberfunktion, ein Mangel an Vitamin B1 oder eine Störung des Kalziumshaushalts unsere Angst verursachen.

Ist es sinnvoll, nie mehr Angst haben zu wollen?

Nein, es ist absolut nicht sinnvoll und auch unrealistisch zu fordern, nie mehr Angst haben zu wollen. Das Ziel der Angst ist es, uns zu aktivieren und uns vor Gefahren zu schützen.

Angst ist dann angemessen, wenn sie uns genau so stark alarmiert und leistungsfähig macht, wie wir es benötigen, um uns in der Situation angemessen zu verhalten. Beispielsweise ist ein klein wenig Prüfungsangst ganz sinnvoll.


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