Aids

Autorin: Mag. Beatrix Aigner-Köfinger

Aktualisiert am: 22.08.2011

Aids: Angriff aufs Immunsystem

Aids ist eine Krankheit, die vielen Menschen ein Begriff ist. Wissenslücken sind aber immer noch weit verbreitet. Darauf deuten auch die steigenden Infektionszahlen hin. Sie lassen ein fehlendes Bewusstsein vermuten, wie man sich gegen eine Infektion mit dem HI-Virus (HIV), das als Verursacher für Aids gilt, schützt. Bis heute ist die Immunschwächekrankheit unheilbar, aber dank Medikamenten beherrschbar. Schutz und Achtsamkeit vor einer Ansteckung bleiben jedoch weiterhin wichtig.

In Zusammenarbeit mit Dr. Gerlinde Balluch, Ärztin für Allgemeinmedizin, Aids Hilfe Wien

Im Jahr 1981 berichteten amerikanische Mediziner erstmals von einer Erkrankung, die das Immunsystem der Patienten auszulöschen schien. Betroffen waren hauptsächlich junge homosexuelle Männer. Daher stammte auch die irrige Meinung, dass Aids nur die schwule Bevölkerung betrifft. 1982 fand man für die Krankheit die Bezeichnung Aids (acquired immune deficiency syndrome oder erworbenes Immundefektsyndrom) und ein Jahr später mit dem HI-Virus (human immunodeficiency virus oder humanes Immundefizienz-Virus) auch den Verursacher.

Ursprung und Gegenwart

Wissenschaftler vermuten den Ursprung des HI-Virus bei Schimpansen und Affen, die in Afrika gejagt und verspeist wurden. Der Kontakt mit einem infizierten Tier beim Schlachten oder Zubereiten könnte so zur Übertragung auf den Menschen geführt haben.

Aids ist eine chronische Erkrankung, die behandelbar, aber bis heute unheilbar ist. Ende 2010 lebten mehr als 34 Millionen Menschen weltweit mit dem HI-Virus oder Aids. Der Zugang zu wirksamen Medikamenten ist nur in der westlichen Welt und einigen Schwellenländern einigermaßen gesichert. In Subsahara-Afrika ist die Versorgung noch sehr begrenzt, besonders in ländlichen Regionen. Neben strukturellen Zugangsbarrieren ist die Stigmatisierung der Infizierten eine wesentliche Hürde für Prävention und Behandlung. Langjährige Leugnung und Ignoranz der Infektion haben in Südafrika zu einer der höchsten Infektionsraten geführt. Inzwischen gelten Osteuropa und Asien mit steigenden Infektionsraten als neue Krisenherde.

Wirkungsweise von HIV

Die Ursache für Aids ist eine Infektion mit dem HI-Virus, das zur Gruppe der Retroviren zählt. Es tritt in zwei Formen auf: HIV-1 (weltweit) und HIV-2 (hauptsächlich West-Afrika). Das Virus hat es besonders auf die T-Helferzellen (CD4 Lymphozyten) abgesehen, die als spezialisierte Gruppe von weißen Blutkörperchen eine große Rolle bei der Immunabwehr spielen. HIV benutzt diese Zellen für die eigene Vermehrung, zerstört dabei die CD4-T-Lymphozyten und legt so langsam das Immunsystem lahm. Infolgedessen kommt der Organismus von Aidskranken mit gewöhnlichen Bakterien, Pilzen, Parasiten und Viren, die bei Gesunden keine schweren Krankheiten auslösen, nicht mehr zurecht.


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