Alkoholismus

Aktualisiert am: 07.09.2006

Einteilungsmöglichkeiten

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Alkoholismus bzw. das Trinkverhalten zu klassifizieren. Einerseits nach den alkoholverursachten Störungen (DSM III-R und ICD-9), nach Typologien des Alkoholkonsumenten oder nach den Trinkmengen.

Eine für die Praxis brauchbare Unterscheidung ist die zwischen primärem und sekundärem Alkoholismus:
Primärer Alkoholismus entwickelt sich infolge übermäßigen Alkoholkonsums meist relativ langsam. In der Folge treten psychische, körperliche und soziale Probleme auf.
Sekundärer Alkoholismus entsteht, wenn Personen infolge psychischer, körperlicher oder sozialer Auffälligkeiten beginnen, in großem Umfang Alkohol zu trinken und dann - meist recht rasch - davon abhängig werden.

Eine unter Alkoholismusexperten über viele Jahre gebräuchliche Klassifikation geht auf Jellinek zurück.

Typologie nach Jellinek

Jellinek unterscheidet fünf Typen von Personen mit Alkoholproblemen von Alpha bis Epsilon. Den Alpha- und Beta-Typen bezeichnet er als Vorstufe, Gamma-, Delta- und Epsilon-Typen als alkoholkrank.

Alpha-Typ"Problemtrinker", "Erleichterungstrinker", "Konflikttrinker": ist von der Wirkung des Alkohols vor allem psychisch abhängig, verwendet Alkohol dazu, um körperliche oder seelische Belastungen leichter zu ertragen; kein Kontrollverlust, Abstinenzphasen, keine Anzeichen körperlicher Abhängigkeit.
Beta-Typ"Gelegenheitstrinker": ist weder psychisch noch körperlich abhängig; es zeichnen sich jedoch erste gesundheitliche Folgen des Alkoholkonsums ab: Gastritis, Leberzirrhose.
Gamma-Typ"Süchtiger Trinker", "Rauschtrinker": trinkt im Tagesverlauf unregelmäßig, abwechselnd Phasen von starker Berauschung und unauffälligen Episoden; erhöhte Alkoholtoleranz, körperliche Abhängigkeit bereits vorhanden, wenn auch geringer als psychische Abhängigkeit; Kontrollverlust - kann nicht mehr aufhören zu trinken; kann phasenweise abstinent bleiben.
Delta-Typ"Spiegeltrinker", "Gewohnheitstrinker": trinkt täglich und regelmäßig; zeigt keine Rauschsymptome; kein Kontrollverlust, aber Unfähigkeit zur Abstinenz, weil sonst Entzugserscheinungen auftreten; psychische und körperliche Abhängigkeit und Folgeerscheinungen; oft Angehörige von "Alkoholberufen".
Epsilon-Typ"Quartalsäufer": kann monatelang abstinent leben, abwechselnd mit exzessiven Alkoholphasen; stärkere psychische Abhängigkeit als körperliche; Kontrollverlust.

 

 


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