Alkoholismus
Aktualisiert am: 07.09.2006
Teil 1: Maßlos trinken
Teil 2: Was ist Alkohol?
Teil 3: Alkoholismus
Teil 4: Einteilungsmöglichkeiten
Teil 5: Phasen des Alkholkonsums
Teil 6: Typologie nach Lesch
Teil 7: Folgekrankheiten
Teil 8: Behandlung und Therapie
Teil 9: Behandlungsziel Abstinenz vs. Kontrolliertes Trinken
Teil 10: Angehörige von Alkoholkranken
Folgekrankheiten
Diese stellen einen Teil der Diagnose "chronischer Alkoholismus" dar.
Mundschleimhaut / Kehlkopf:
Schon 1 Liter Bier pro Tag (analog 0,5 Liter Wein) erhöht das Risiko für Krebs der Mundschleimhaut, des Kehlkopfes und der Speiseröhre, insbesondere in Verbindung mit Rauchen.
Mehr über Kehlkopfkrebs und bösartige Mundtumore in unserem Lexikon der Krankheiten von A-Z.
Magen:
Chronische Gastritis (chronische Entzündung der Magenschleimhaut), später eventuell auch chronischer Ulcus (Magengeschwür).
Mehr über Gastritis in unserem Lexikon der Krankheiten von A-Z.
Bauchspeicheldrüse - Pankreatitis:
Chronischer Alkoholmissbrauch führt bei der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) zu einer besonders prekären Situation: Der Ausführungsgang zum Darm wird verengt, die Fermentbildung gleichzeitig gesteigert. Die Folge: Pankreas-Entzündung (unbeschreiblich starke Schmerzen) und schließlich Selbstverdauung der Drüse. Absolut lebensgefährlich! Auch die Entstehung von Diabetes ist häufig eine Folge einer Pankreas-Schädigung.
Leber:
Die Leber ist das chemische Labor unseres Körpers. Sie muss Giftstoffe und sogenannte harnpflichtige Stoffe umwandeln und abbauen. Wird ihre Leistungskapazität ständig überschritten, verlaufen die Schäden über folgende drei Stadien:
Fettleber:
Fett als Abbauprodukt des Alkohols kann nicht mehr vollständig abtransportiert werden und wird zwischen den Leberzellen eingebaut. Das Volumen der Leber kann sich verdoppeln. Da die Leber keine Schmerzzellen hat, bleibt dies oft unbemerkt. Bei Abstinenz bildet sich die Fettleber vollständig zurück.
Mehr über Fettleber in unserem Lexikon der Krankheiten von A-Z.
Leberentzündung:
Große Bandbreite von relativer Beschwerdelosigkeit über Gelbsucht (Hepatitis) bis zum lebensbedrohlichen Leberversagen durch das giftige Abbau-Zwischenprodukt Acetaldehyd. Leberzellen sterben ab und werden nicht wieder ersetzt. Bei Abstinenz Stillstand, jedoch keine vollständige Heilung.
Mehr über Leberentzündung in unserem Lexikon der Krankheiten von A-Z.
Leberzirrhose:
Entwicklung aus der Leberentzündung durch Weitertrinken. Massives Absterben von Leberzellen und Ersatz durch hartes Narbengewebe, dadurch Leberschrumpfung. Einzige Überlebenschance: Strikte Abstinenz!
Mehr über Leberzirrhose in unserem Lexikon der Krankheiten von A-Z.
Schädigungen des Gehirns:
Bei jedem Rausch sterben Gehirnzellen ab. Bei ständigem Konsum kommt es zu einer allmählichen Schrumpfung des Gehirns (zerebrale Atrophie). Dies bleibt lange Zeit ohne Einfluss auf die geistige Leistungsfähigkeit, da wir ca. 100 Milliarden Hirnzellen haben. Die Aufgaben der abgestorbenen Zellen werden von "Reservezellen" übernommen, die diese Aufgaben jedoch erst "lernen" müssen. Der Vorrat an Reservezellen wird durch Alkohol systematisch verringert.
Hirnschäden durch Alkohol sind die häufigsten und bedeutsamsten, sie sind keinesfalls geringer zu bewerten als z.B. Leberschäden. Folgende Schädigungen sind häufig:
- Encephalopathia haemorrhagica superior Wernicke (Gehirnblutungen): Thiaminmangel (Vitamin B1) könnte hierbei eine Rolle spielen.
- Zerebelläre Degeneration: Degeneration des Kleinhirns
- Marchiafava-Bignami-Erkrankung (Degeneration des Corpus Callosum-Balken - im Gehirn)
- Zerebrale Atrophie (Rückbildung des Gehirns)
Herz-Kreislauf:
Alkoholische Myo- und Kardiomyopathie (Muskel- und Herzmuskelerkrankung): Da bereits geringe Mengen Alkohol täglich den Blutdruck erhöhen, vergrößert dies bei vielen Bluthochdruck-Patienten das Risiko für Schlaganfälle. Außerdem erhöht Alkohol die Blutfette (sog. Triglyzeride) und führt wegen des hohen Kaloriengehaltes auch zu Übergewicht. Damit sind Herz-/Kreislaufkomplikationen geradezu vorprogrammiert.
Mehr über Herz-/Kreislauferkrankungen in unserem Lexikon der Krankheiten von A-Z.
Nerven:
Als Zellgift schädigt Alkohol direkt das Nervenmark. Durch den bei Abhängigen häufigen Vitamin-B-Mangel (vor allem Thiamin) kommt es außerdem zu weiteren Schädigungen.
Die Folge: Polyneuropathie, Schmerzen in den Beinen und Oberarmen, Wadenkrämpfe, Kribbeln oder Ausfall des Hautgefühls, Unsicherheit beim Gehen, Lähmungserscheinungen.
Diese Schäden können sich bei Abstinenz erst nach vielen Monaten bis Jahren zurückbilden. Einzige Therapie: Gabe von Vitamin-B-Präparaten.
Mehr über Polyneuropathien in unserem Lexikon der Krankheiten von A-Z.
Fötales Alkoholismussyndrom:
Bei Kindern alkoholkranker, rauchender Mütter finden sich oft Entwicklungsstörungen.
Wissenswertes
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