Alkoholismus
Aktualisiert am: 07.09.2006
Teil 1: Maßlos trinken
Teil 2: Was ist Alkohol?
Teil 3: Alkoholismus
Teil 4: Einteilungsmöglichkeiten
Teil 5: Phasen des Alkholkonsums
Teil 6: Typologie nach Lesch
Teil 7: Folgekrankheiten
Teil 8: Behandlung und Therapie
Teil 9: Behandlungsziel Abstinenz vs. Kontrolliertes Trinken
Teil 10: Angehörige von Alkoholkranken
Typologie nach Lesch
Anders als Jellinek unterscheidet Lesch nach Ursachen, Verlauf und prognostischen Aspekten des Alkoholismus.
| Typ I | Alkoholeinnahme aufgrund von biologischem Verlangen Toleranzentwicklung und schwere Entzugssymptome (Delir), keine wesentlichen Auffälligkeiten der Persönlichkeit, unauffällige Kindheit, starkes Verlangen nach Alkohol auch nach langen Phasen der Abstinenz, Psychotherapie und Selbsthilfegruppen sind erfolgsversprechend. |
| Typ II | Alkoholeinnahme aufgrund von psychologischem Verlangen Alkohol als Bewältigungsstrategie und Angsttherapie, Störungen in der frühkindlichen Entwicklung, Einnahme von Psychopharmaka kann zu einer Verschiebung der Sucht führen, Therapieziel ist Verbesserung der Lebensbedingungen: absolute Abstinenz nicht immer notwendig. |
| Typ III | Alkoholeinnahme zur Behandlung von psychiatrischen Zustandsbildern Alkohol als Selbstmedikation bei Befindlichkeitsstörungen und Schlafproblemen; Therapie: Antidepressiva und phasenprophylaktische Medikamente, Psychotherapie |
| Typ IV | Alkoholeinnahme infolge frühkindlicher Vorschädigung und Entwicklungsstörungen Alkohol als Selbstmedikation; stützende Gespräche, Förderung der Eigenkontrolle und evtl. niederpotente Neuroleptika und Nootropika sind angezeigt. |
Ist Alkoholismus männlich?
Anhand der Spitalsdiagnosen, die routinemäßig seit Ende der 80er Jahre erfasst werden, lässt sich schätzen, dass in Österreich rund fünf Prozent der Menschen ab dem 16. Lebensjahr als "chronische Alkoholiker" einzustufen sind. Der Anteil der Frauen daran beträgt ca. 20 Prozent. In Zahlen bedeutet das für das Jahr 2000 rund 330.000 chronische Alkoholiker.
Interessant sind auch die geschlechtsspezifischen Unterschiede beim Alter der Erkrankung. Männer erkranken durchschnittlich um das 26. Lebensjahr, während Frauen um das 34. Lebensjahr an Alkoholismus erkranken. Laut einem Bericht der WHO zum Thema "Men, Ageing and Health" ist Alkoholismus vor allem ein Männerproblem. Der "Wiener Männergesundheitsbericht" von 1999 zeigte, dass rund ein Viertel der männlichen Bevölkerung Wiens täglich Alkohol trinkt, während nur 7 Prozent der Frauen das gleiche tun. Für Männer zwischen 20 und 50 ist Alkoholmissbrauch die bei weitem häufigste Ursache für eine Einweisung ein Spital. Die Hälfte aller Unfälle und Gewalttaten geht auf Alkoholmissbrauch zurück.
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