Alkoholismus

Aktualisiert am: 07.09.2006

Was ist Alkohol?

Die chemische Bezeichnung des Alkohols lautet Ethanol bzw. Ethylalkohol C2H5OH, umgangssprachlich auch als "Weingeist" oder "Reinalkohol" bekannt. Alkohol entsteht, wenn Zucker von Hefe und/oder Bakterien in CO2 und Alkohol umgebaut wird.

Wirkung auf Körper und Psyche

Den meisten Menschen schmeckt Alkohol beim ersten Mal des Trinkens nicht wirklich. Deshalb wird Alkohol auch anfangs wegen seiner Wirkung getrunken und weniger wegen des guten Geschmacks. Alkohol ist eine psychoaktive Droge, deren Hauptwirkung die Funktion des Gehirns beeinflusst.

Die Wirkung des Alkohols hängt von der konsumierten Menge, vom Zeitraum, von den Vorerfahrungen mit Alkohol und von den äußeren Umständen ab. In einer ausgelassenen Runde wirkt Alkohol mitunter anders als allein daheim. Mit dem Anstieg des Blutalkohols kippt die euphorisierende Wirkung und beeinträchtigt die normalen Hirnfunktionen. Solche Effekte können Sprachschwierigkeiten (Lallen), Sehstörungen, Verwirrtheit oder Gedächtnislücken sein. Von der Wirkung auf den Gesamtorganismus her gesehen ist Alkohol eigentlich zuallererst ein schädigendes Zellgift. Zerstörerische Auswirkungen auf den menschlichen Körper treten mit hoher Wahrscheinlichkeit ab einer durchschnittlichen täglichen Aufnahme von ungefähr 40 Gramm Alkohol auf.

Bei Einnahme größerer Alkoholmengen kommt es zu einem Anstieg der Nebennierenhormone (unter anderem Cortison), so dass Alkohol zwar die Seele beruhigt, aber im Organismus dennoch eine Stressreaktion bewirkt.
Von der Wirkung auf das Zentralnervensystem her gesehen ist Alkohol ein Beruhigungsmittel. Eine Theorie besagt, dass Alkohol generell die Nervenleitung hemmt, ohne - wie andere Drogen - auf spezielle Rezeptoren einzuwirken. Alkohol "verflüssigt" demnach die Fette in den Zellmembranen, was die Reizweiterleitung im Nervensystem einschränkt. Alkohol kann so helfen, Angst und Hemmungen zu überwinden, Einsamkeit erträglicher zu machen, Minderwertigkeitsgefühle, Spannungen und Furcht vor einem Versagen zu verringern, Angst zu überdecken und Freude zu verstärken. Eine andere, neuere Theorie geht davon aus, dass es doch Alkoholrezeptoren an den Verbindungsstellen der Nerven gibt, die letztlich für das Ungleichgewicht anderer Nervenbotenstoffe verantwortlich sind. Auf diesen Theorien beruht die Entwicklung mancher neuer Medikamente.
Alkohol wirkt in zwei Phasen: In geringen Mengen, etwa 0,2 Liter Bier oder 0,1 Liter Wein, wirkt er anregend, bei höherer Dosierung dämpfend auf das Zentralnervensystem. Diese Beruhigung muss aber nicht dem entsprechen, was der Betreffende stimmungsmäßig bei sich selbst feststellt! Alkohol macht nicht direkt lustig, sondern wirkt erst über den Umweg des Abbaus von Hemmungen stimmungsverbessernd.

Alkoholabbau

Der Abbau des Alkohols im Körper beginnt schon während des Trinkens. Alkohol aus Bier wird schneller abgebaut als Alkohol aus destillierten Getränken. Die Leber ist fast gänzlich für den Abbau des Alkohols zuständig (90 bis 95 Prozent werden hier abgebaut), der Rest wird unverändert durch die Nieren oder durch die Haut ausgeschieden. Der Alkoholabbau erfolgt gleichmäßig mit einem konstanten Wert pro Stunde. Durchschnittlich gilt für Männer ein Abbau von 0,1 Gramm Alkohol und für Frauen 0,085 Gramm Alkohol pro Kilogramm Körpergewicht.

Tödliche Dosis

Die tödliche Dosis beträgt für Erwachsene 6 bis 8 Gramm Alkohol pro Kilogramm Körpergewicht. Oft jedoch treten tödliche Alkoholvergiftungen auch schon nach dem Genuss wesentlich geringerer Mengen (2 bis 5 Gramm Alkohol pro Kilogramm Körpergewicht) auf. Vor allem Kinder vertragen Alkohol schlecht. Die tödliche Blutalkoholkonzentration liegt etwa zwischen 3 und 6 Promille. Dies entspricht durchschnittlich

  • bis 1 Liter Spirituosen à 40 Vol.% oder
  • 2 bis 4 Liter Wein oder
  • 4 bis 8 Liter Bier

Alkohol im Straßenverkehr

Schon kleine Mengen Alkohol reduzieren das Konzentrations- und Reaktionsvermögen und schränken die optische Wahrnehmung ein. Gleichzeitig setzt eine gefährliche Selbstüberschätzung ein. Bereits bei 0,5 Promille verdoppelt sich dem zu Folge das Unfallrisiko. Bei 0,8 Promille ist es vier Mal höher. Mit noch höherem Blutalkoholwert verstärken sich u.a. die Sprechstörungen und die Trübung von Bewusstsein und Gedächtnis bis hin zum gänzlichen Kollaps.

Die österreichische Gesetzeslage sieht im Moment einen maximal zulässigen Blutalkoholkonzentrationswert von 0,5 Promille vor. Grundsätzlich ist natürlich immer anzuraten, keinen Alkohol zu konsumieren, wenn man vorhat, ein Fahrzeug zu lenken.


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