Allergien

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Aktualisiert am: 17.05.2010
Therapien: Hoffnung für Allergiker
Den Allergenen großräumig auszuweichen, ist der erste Schritt. Hausstaubmilben etwa kann man durch eifriges Abstauben, Spezialmatratzen und milbendichte Überzüge (sogenannte "Encasings") stark reduzieren. Reichen solche Vermeidungsstrategien nicht mehr aus, wirken im Akutfall moderne Antihistaminika in Form von Nasensprays, Augentropfen oder Pillen. Diese machen zwar nicht mehr müde, wie das früher der Fall war, eine Dauerlösung ist diese Behandlung aber nicht.
Langfristig wirksam: Spritzenkur
Wer die Ursache bekämpfen will, braucht unter Umständen eine mehrjährige Spritzenkur, auch "Allergie-Impfung" genannt. Der Clou dabei: Das Allergen wird in geringer Konzentration unter die Haut gespritzt, wodurch schrittweise eine Desensibilisierung erreicht wird. Die Spritzen können selten, aber doch üble unmittelbare Nebenwirkungen verursachen, weshalb die Patienten nach jeder Injektion noch eine halbe Stunde unter Kontrolle bleiben müssen. Der Vorteil dieser Methode ist allerdings, dass sie vielseitig einsetzbar ist: bei Pollen- ebenso wie bei Hausstaubmilben-, Insektengift- oder Tierhaarallergie. Besonders Hunde- und Katzenbesitzer sind erleichtert, wenn sie sich nicht von ihrem geliebten Tier trennen müssen.
Neu: Immunisierung per Pille
Spannende Neuigkeiten gibt es für Gräserpollenallergiker: Im Herbst kommt in Österreich nämlich ein neues Medikament auf den Markt. "Aufgrund der schnellen Wirksamkeit könnte man es als Meilenstein bezeichnen", urteilt Allergieexperte Friedrich Horak. "Der Wirkmechanismus ist zwar nicht neu, ähnliche bereits am Markt befindliche Tabletten muss man allerdings ein ganzes Jahr lang einnehmen. Das neue Präparat schafft bereits nach einer Woche etwas Erleichterung und nach zwei Monaten ist die Maximalwirkung erreicht." Sublingualtherapie nennt man dieses Verfahren, weil man die Tablette oder die Tropfen unter die Zunge legt beziehungsweise tropft. Es bekämpft wie die Spritzen die Ursache.
Zukunft: Ausbruch von Allergien verhindern
Derzeit noch Zukunftsmusik ist eine Impfung, die bereits das Ausbrechen von Allergien verhindert. Österreichische Forscher arbeiten aber bereits seit Jahren fieberhaft daran. "Das wäre eine ideale Lösung für Kinder aus Risikofamilien", sagt Friedrich Horak.
Alternativmedizinische Ansätze
Für Fans der Alternativmedizin kommt solch eine Impfung wohl weniger in Frage. Ihnen könne Akupunktur und Homöopathie helfen, so Horak. "Bioresonanz dagegen bringt nichts." Der richtige Lebensstil für ein fittes, robustes Immunsystem ist da schon wirksamer. "Man soll glücklich leben!", rät der Allergologe und holt aus: "Natürlich sind Sport und eine gesunde Ernährung wichtig, auch Autogenes Training halte ich für sinnvoll. Aber es zu übertreiben und sich zu kasteien, wäre kontraproduktiv. Denn auch die Psyche spielt bei Allergien eine Rolle."
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