Alzheimer

© Fotolia/Gordon Grand
Autorin: Mag. Beatrix Aigner-Köfinger
Aktualisiert am: 20.06.2011
Teil 1: Alzheimer-Demenz: Gedächtnisverlust auf Raten
Teil 2: Erscheinungsbild im Gehirn
Teil 3: Aufschub durch Medikamente
Teil 4: Zehn Alzheimer-Warnsignale
Alzheimer-Demenz: Gedächtnisverlust auf Raten
Die Alzheimer-Krankheit ist eine chronische Erkrankung und gekennzeichnet durch das Absterben von Nervenzellen im Gehirn. Mit Fortschreiten der Krankheit, die zu schwerer Demenz führt, büßen Patienten immer mehr an Selbstständigkeit ein und werden früher oder später zum Pflegefall. Alzheimer zeigt sich zusätzlich zur Störung von Gedächtnis, Sprache und Denkfähigkeit auch in Verhaltens- und Persönlichkeitsänderungen. All das stellt Familienangehörige und Betreuenden vor besondere Herausforderungen.
In einem gesunden Gehirn kommuniziert ein komplexes Netzwerk aus Milliarden von Nervenzellen und nutzt dabei elektrische Signale, um Gedanken, Erinnerungen, Sinneswahrnehmungen und Bewegungen zu steuern. Ohne funktionierende Nervenzellen sind Defizite bei kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten die Folge. Man spricht von Demenz. Die Alzheimer-Krankheit (Morbus Alzheimer) gehört zu den primären Demenzen, bei denen die Erkrankung direkt vom Gehirngewebe ausgeht. Alzheimer betrifft besonders das Kurzzeitgedächtnis, Denkvermögen, Sprache, Motorik und bei einigen Formen auch die Persönlichkeit. Die Krankheit ist die häufigste der primären Demenzen, zu denen auch die gefäßbedingte (vaskuläre) Demenz, Misch-Demenzen (Alzheimer plus vaskulär) oder die Parkinson-Demenz zählen.
Sekundäre Demenzen hingegen sind die Folge von anderen Grundstörungen. Diese können durch bestimmte Medikamente, Vitaminmangel, Stoffwechselerkrankungen, Depressionen oder einen Gehirntumor bedingt sein. Wird die Grunderkrankung erfolgreich therapiert, können auch die Demenzsymptome teilweise oder ganz verschwinden. Für primäre Demenzen wie Alzheimer gilt das nicht, da sie unheilbar sind. Der Verfallsprozess lässt sich nicht dauerhaft stoppen und die Schäden sind irreversibel. Die genauen Ursachen sind bis heute ungeklärt, aber Wissenschaftler vermuten eine Kombination aus genetischen Gründen, Lebensstil und Umweltfaktoren hinter der Alzheimer-Krankheit.
Alzheimer entdeckt Alzheimer
Erstmals beschrieben wurde die Krankheit vom Breslauer Psychiater und Neuropathologen Alois Alzheimer (1864-1915). Er machte 1901 Bekanntschaft mit der Patientin Auguste Deter, die aufgrund ihres abweichenden Krankheitsbilds seine Aufmerksamkeit weckte. Die damals 51-jährige Frau litt unter Vergesslichkeit, Sprach- und Schreibstörungen. Als Auguste Deter 1906 starb, untersuchte Alois Alzheimer ihr Gehirn unter dem Mikroskop und stieß auf Gehirnveränderungen, die bis heute typisch für Alzheimer-Demenz sind. 1910 wurde die Krankheit in einem Psychatrie-Lehrbuch erstmals "Alzheimersche Krankheit" genannt. In den Fokus einer breiteren Öffentlichkeit geriet die Alzheimer-Krankheit seit den 1960er Jahren, als die Zahl der Betroffenen durch die stetig steigende Lebenserwartung wuchs. Kurz danach setzte auch ein offenerer Umgang mit der Erkrankung ein, die auch prominente Opfer gefordert hat wie US-Präsident Ronald Reagan oder jüngst "Inspektor Columbo"-Darsteller Peter Falk.
Angriff aufs Zentrum
Alzheimer beginnt im Lernzentrum des Menschen, dem Hippocampus. Hier werden Gedächtnisinhalte vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis überführt und in der Großhirnrinde (Cortex), die später auch von Alzheimer befallen wird, abgespeichert. Ohne den Hippocampus können keine neuen Erinnerungen geformt werden, während alte aber erhalten bleiben. Zu Beginn von Alzheimer treten Verwirrtheit, Desorientierung, Sprachschwierigkeiten und ungewöhnliches Verhalten nur temporär auf. Diese Episoden verlängern sich mit fortschreitender Erkrankung und führen dazu, dass Patienten durch den Abbau kognitiver emotionaler und sozialer Fähigkeiten den Alltag nicht mehr alleine bewältigen können. Im Endstadium erkennen Erkrankte nicht einmal mehr die eigene Familie oder den Partner. Erschwerend kommt bei fortschreitendem Alzheimer die fehlende Krankheitseinsicht hinzu.
Risikofaktoren
Der Hauptrisikofaktor für Alzheimer, das durchschnittlich acht bis zehn Jahre nach Ausbruch zum Tod führt, ist das Alter. Die meisten Personen erkranken, wenn sie 65 Jahre oder älter sind. Die Wahrscheinlichkeit Alzheimer zu entwickeln, verdoppelt sich danach alle fünf Jahre. Mit 85 Jahren ist das Risiko fast 50 Prozent. Warum die Wahrscheinlichkeit so dramatisch mit zunehmendem Alter ansteigt, ist eines der großen Geheimnisse der Demenzerkrankung. Frauen sind doppelt so häufig von Alzheimer betroffen wie Männer. Ein Grund liegt darin, dass Frauen länger leben.
Eine weitere Rolle spielt die Familiegeschichte. Bei wem ein Elternteil oder Bruder, eine Schwester oder ein Kind an Alzheimer, also Familienmitglieder ersten Grades erkrankt ist, hat ein höheres Risiko (Prädisposition) zu erkranken. Noch höher ist dieses, wenn gleich mehrere enge Verwandte betroffen sind. Nur in wenigen Fällen ist Alzheimer genetisch fest verankert. Verantwortlich dafür sind Genveränderungen (Mutationen) an bestimmten Genen. Wer diese im Erbgut hat, erkrankt mit großer Sicherheit an Alzheimer und meist auch schon sehr früh ab dem 40. oder 50. Lebensjahr. Diese vererbten Mutationen sind nur für fünf Prozent der Alzheimer-Fälle verantwortlich.
Personen mit unspezifischen Gedächtnisproblemen oder einer leichten kognitiven Störung (mild cognitive impairment, MCI) haben ein erhöhtes Risiko, innerhalb eines Jahres eine Demenz zu entwickeln. Diese leichte Vergesslichkeit, die von den Betroffenen auch subjektiv empfunden wird, zeigt aber noch keine Hinweise auf Demenz. Normale Aktivitäten des täglichen Lebens sind noch kein Problem und Beeinträchtigungen nur bei sehr komplexen Aufgaben zu bemerken. Deshalb ist es in diesem Stadium schwierig vorauszusagen, ob die Vergesslichkeit schlussendlich in Alzheimer münden wird.
Früherkennung
Test: Demenz
Hinweis auf Demenz oder nur ein wenig vergesslich? Machen Sie den Test zur Früherkennung.
zum Thema ...
URLAUBSANGEBOTE
Sommerträume im Hotel Thermen- hof Paierl in Bad Waltersdorf: 7 ÜN mit Vollpension, hauseigene Thermal- und Saunawelt, Gesichtsmaske, Leihfahrräder etc. um 598 € p. P.
Alle Angebote
Schnäppchen



alltagz
delicious
digg
favoriten.de
icio
linkarena
misterwong
oneview
reddit
technorati
weblinkr
webnews
yigg
ARTIKEL KOMMENTIEREN
Neuen Kommentar verfassen






