Angst beim Zahnarzt
Aktualisiert am: 30.05.2006
Hilfe ist möglich
Zur Behandlung von Phobien (irrationalen Ängsten) stehen dem Zahnarzt heute zahlreiche effektive Methoden zur Verfügung. Am besten belegt ist die Wirksamkeit der Verhaltenstherapie.
Verhaltenstherapie
Verhaltenstherapeuten sehen die Angst als erworbene Erfahrung, die "erlernt" wird, wenn massive Furcht zusammen mit zuvor als neutral empfundenen Situationen (z. B. Zahnbehandlung) auftritt. Bei der Behandlung der Phobien hat sich die verhaltenstherapeutische Technik der systematischen Desensibilisierung als sehr hilfreich erwiesen. Diese Technik besteht im Wesentlichen darin, den Angstpatienten nach und nach mit Situationen zu konfrontieren, die seinen Hauptängsten entsprechen.
Tiefenpsychologische Ansätze
Im Gegensatz zur Verhaltenstherapie interessiert sich die Tiefenpsychologie mehr für die unbewusste Bedeutung und die Ursache der Angst. Basis ist die Freudsche Psychoanalyse.
Hypnose
Auch Hypnose wird heute wieder vermehrt von Zahnärzten erlernt und angewendet. Sie eignet sich zum Abbau von Ängsten, um lange Behandlungen angenehmer zu machen, zur schmerzarmen oder sogar schmerzfreien Behandlung auch ohne Spritze, als begleitende Maßnahme bei Verspannungen der Kaumuskulatur sowie schmerzhaften Kiefergelenkserkrankungen, um eine Behandlung auch bei starkem Würgereiz zu ermöglichen.
Akupunktur
Auch Akupunktur kann bei Zahnarztangst helfen. Durch ein paar gezielt gesetzte Akupunktur-Nadeln löst sich die von Angst verursachte Verspannung im Körper, die Muskulatur und die Nerven lockern sich. Eine entspannte Behandlung wird dadurch ermöglicht.
Vollnarkose
Leider wirken die bisher genannten, psychologischen Methoden nicht bei jedem. In solchen Fällen kann eine Behandlung unter Vollnarkose in Betracht gezogen werden. Klar ist allerdings: Eine Vollnarkose stellt immer ein Risiko dar. Deshalb sollte man diese Möglichkeit ausführlich mit dem Zahnarzt besprechen und Pro und Contra abwägen. Kritiker meinen, dass man damit die Angst langfristig keinesfalls in den Griff bekommen kann.
Medikamente
Kann eine Behandlung nicht aufgeschoben werden und stellen sich alle anderen Methoden als nicht zielführend heraus, können Medikamente mit beruhigender Wirkung während der Behandlung hilfreich sein. Dazu eignen sich wohl dosierte Arzneien mit homöopathischen oder pflanzliche Wirkstoffen. Neben der eintretenden Entspannung kann unter Umständen auch die Erwartungsangst vor dem Behandlungstermin herabgesetzt werden.
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