Aspirin

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Autorin: Mag. Beatrix Aigner-Köfinger
Aktualisiert am: 16.06.2011
Teil 1: Aspirin für alles und alle?
Teil 2: Aspirin gegen Krebs
Teil 3: Achtung, Nebenwirkungen!
Teil 4: Aspirin auf Reisen
Aspirin für alles und alle?
Wenn der Kopf schmerzt oder nach einer durchzechten Nacht der Kater droht, wird gerne zur Aspirin-Tablette gegriffen. Darauf beschränkt sich das Wirkungsspektrum von Aspirin noch lange nicht. Die tägliche Dosis soll Herzerkrankungen vorbeugen und bestimmte Krebsarten verhindern helfen. Trotzdem empfehlen Ärzte nicht allen Personen die regelmäßige Einnahme.
Aspirin ist im Grunde die Markenbezeichnung für den Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS). Dieser konnte 1897 das erste Mal in einer chemisch reinen und stabilen Form synthetisch hergestellt werden. Zwei Jahre später wurde das Pulver patentiert und auf den Markt gebracht. Apotheken verkauften damals 500 Gramm des Pulvers in kleinen Papiertütchen. 1900 stand es dann als eines der ersten Medikamente in der klassischen Tablettenform zur Verfügung. Seitdem hat Aspirin einen fixen Platz in der Welt der Schmerz- und Fiebermittel und schaffte es sogar bis zum Mond. Neil Armstrong und seine Crew hatten 1969 Aspirin im Gepäck. Den genauen Wirkmechanismus von ASS konnte der britische Pharmakologe John Robert Vane in den 1970ern entschlüsseln. Er erhielt für seine Forschungen 1983 den Medizin-Nobelpreis.
Breites Wirkungsspektrum
Aspirin gehört wie auch Ibuprofen zu den nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Einer Gruppe von Medikamenten, denen gemeinsam ist, dass sie das Enzym Cyclooygenase (COX) und somit die Bildung entzündungs- und schmerzfördernder Botenstoffe (Prostaglandine) hemmen. Das Wirkungsspektrum von Medikamenten wie Aspirin ist außergewöhnlich breit, da sie über schmerzlindernde, entzündungshemmende und fiebersenkende Eigenschaften verfügen. Der Anwendungsbereich umfasst somit Kopfschmerzen, Migräne, akute Schmerzen am Rücken, in Muskeln oder Gelenken (Rheuma), Menstruationsbeschwerden und Fieber. Darüber hinaus wird Aspirin als lebensrettende Prophylaxe vor wiederholtem Herzinfarkt und Schlaganfall angesehen. Und auch bei bestimmten Krebsarten soll der Wirkstoff eine positive Rolle spielen.
Herz-Kreislauf-Schutz
Niedrig dosiertes Aspirin (75 bis 100 Milligramm täglich) wird als "Cardioprotektivum" angewandt, um das Auftreten von erneuten Herzinfarkten oder Schlaganfällen zu vermeiden. Dabei wird die blutverdünnende Wirkung von Aspirin genutzt. ASS verhindert die Bildung von Blutgerinnseln, indem es die Anhäufung von Blutplättchen an bereits geschädigten Gefäßwänden hemmt. Das Blut kann so leichter durch bereits verengte Gefäße fließen.
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