Aufstellungen
Aktualisiert am: 10.10.2003
Organisationsaufstellungen
Im Seminarraum stehen Menschen einander zugewandt, mit dem Rücken zueinander oder eng aneinander gedrückt. Sie repräsentieren den Firmengründer, den Personalchef, die Mitarbeiterin und die Marketingleitern. Das Thema: "Lähmung im Team".
Durch die Aufstellungsarbeit möchte die Firma erfahren, warum es zu dieser Lähmung gekommen ist und was man gegen die drückende Stimmung im Team machen kann. Schließlich ist es schon soweit, dass auch die Kunden merken, dass in dieser Firma etwas nicht stimmt und die Auftragslage immer schlechter wird.
Systemische Organisations- oder Strukturaufstellungen können dabei helfen, unausgesprochene Botschaften, Stimmungen oder unklare Hierarchiesysteme in Firmen aufzuspüren, die sich schlecht auf das Betriebsklima und/oder auf die Bilanz auswirken. Bei dem Verfahren wird mit Hilfe einer Gruppe von Menschen, aber auch in der Einzelarbeit, mit Symbolen gearbeitet, um einen Blick in ein System werfen zu können, zu dem eine Frage aufgetaucht ist. Die Bilder, die mit den Teilnehmern des Seminars aufgestellt werden, kommen durch wenige Vorinformationen zustande, egal, ob sie eine Firma, ein Team oder eine Familie betreffen.
Aber auch abstrakte Teile, wie Ziele, Entscheidungsalternativen, Projekte, Aufträge und so weiter können in den Raum gestellt und analysiert werden.
Interessant ist, dass die Repräsentanten, die die einzelnen Teammitglieder "spielen", auch ohne viel Vorinformation nur durch die Art und Weise wie sie an ihrem Platz stehen spüren und fühlen, was sich da abspielt. Oft geht dieses spüren bishin zu körperlichen Symptomatiken. "Ich bekomme hier keine Luft", "Ich fühle mich sehr traurig", "ich fühle mich ausgeschlossen" sind Sätze, die bei einer Organisationsaufstellung auftauchen können.
Im zweiten Schritt wird gemeinsam mit der Leiterin, dem Leiter der Aufstellung eine Alternative gesucht, in der das System wieder stimmig ist, in der alle den Platz finden, der ihnen zusteht. Das ist für ein System, eine Firma, oft sehr erleichternd.
Das "Umstellen" der Leiterin, des Leiters, dient einer Verbesserung der Befndlichkeit der Repräsentanten. Dabei beachten die Leiter die Reaktionen und Rückmeldungen der Klienten und die Wahrnehmungen und Empfindungen der Repräsentanten als Grundlage ihrer Interventionen.
Rituale und rituelle Sätze, z.B. "Weil du gegangen bist, hast du mir Platz gemacht, ich danke dir dafür", werden bei den Umstellungen verwendet. Sie sollen symbolisch das nachholen, was im System in der Realität verabsäumt wurde. Solche Rituale in Firmen können Abschiedsfeiern sein, oder Einweihungsriten für neue Mitarbeiter.
Es ist bei Organisationsaufstellungen nicht nötig, dass alle Firmenmitglieder dabei sind, im Gegenteil. Eine einzige Person reicht, um das System aus ihrer persönlichen Sicht aufzustellen. Durch die veränderte Wahrnehmung und "Aha"-Effekte, kann sich dadurch auch etwas für das gesamte System verändern.
Komplexe Führungsprobleme und andere Themen aus dem Berufsfeld mit der Methode der Organisationsaufstellung zu bearbeiten, erfreut sich immer größerer Beliebtheit. In kurzer Zeit bekommen die Betroffenen ein hohes Maß an Information und konkrete Anregungen für Verbesserungen in der Zukunft.
Die Begründer dieser Methode, Dipl. Psych. Insa Sparrer und Univ.-Prof. Dr. Matthias Varga von Kibéd, bieten auch Ausbildungen und Intensivseminare an.
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