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Autorin: Mag. Beatrix Aigner-Köfinger

Aktualisiert am: 07.07.2008

Autogenes Training - Autogene Psychotherapie

Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte der Berliner Nervenarzt Johannes Heinrich Schultz auf Basis seiner jahrelangen Beobachtungen von Hypnose-Patienten das "Autogene Training", das unter der Bezeichnung "Autogene Psychotherapie" als eigenständiges psychotherapeutisches Verfahren anerkannt ist. Der Begriff "autogen" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "aus sich selbst heraus entstehend" (aus dem "Selbst").

In Zusammenarbeit mit Dr. Brigitte Bischof, Psychotherapeutin und Ausbildungsleiterin der Österreichischen Gesellschaft für angewandte Tiefenpsychologie und allgemeine Psychotherapie (ÖGATAP)

Zur genauen Begriffsdefinition ist es wichtig hinzuweisen, dass das in der Allgemeinheit eher unter "Entspannungsverfahren" bekannte Autogene Training (AT) die Grundstufe der Autogenen Psychotherapie (ATP) und somit ein integraler Bestandteil davon ist. Die Autogene Psychotherapie ist aufgrund des systematischen Aufbaues ihrer drei (Entwicklungs-)Stufen "Grundstufe, Mittelstufe und (analytische) Oberstufe" eine ganzheitlich wissenschaftlich konzipierte Methode, die auf einem umfassenden Menschenbild basiert und aufgrund dessen für alle seelischen Störungen eingesetzt werden kann, besonders eignet sie sich jedoch für sehr frühe präverbale Störungen.

Das Autogene Training eignet sich zur Gesundheitsprävention und Psychohygiene, die sich zum Beispiel in mehr Ruhe, Gelassenheit, Belastbarkeit, höherer Frustrationstoleranz, höherer Angstschwelle und besserer Leistungsfähigkeit niederschlägt. Alle drei Stufen der ATP können zur Bearbeitung von Neurosen, psychosomatischen Störungen und Erkrankungen bis hin zu Persönlichkeitsstörungen eingesetzt werden, um möglichst umfassende Persönlichkeitsveränderungen zu ermöglichen.

Hypnose als Ursprung

Das Verfahren ist aus der (Ruhe-)Hypnose entstanden, in der ebenfalls mit Mitteln der Suggestion bzw. Autosuggestion Veränderungen erzielt werden können. Der Hirnforscher Oskar Vogt (1870-1959) beobachtete im Rahmen seiner Tätigkeit in einem Berliner Hypnose-Ambulatorium bei den Patienten einen Zustand der Selbstentspannung, wobei es den Patienten nach einiger Zeit gelang, sich selbst in in einen hypnoiden Zustand zu versetzen. Der Nervenarzt Johannes Heinrich Schultz (1884-1970) führte Vogts Untersuchungen fort und gilt als Begründer der Methode. I. H. Schultz erkannte, dass in jeder Person Potenzial zur Selbstheilung liegt. Sein Ziel war es, die Patienten vom "Hypnotiseur" unabhängig zu machen und die Behandlung in die eigenen Hände zu legen. 1932 verfasste er sein grundlegendes Werk "Autogenes Training – Konzentrative Selbstentspannung" zu dieser Methode der seelischen Selbstbehandlung.


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