Aktualisiert am: 30.05.2006
Teil 1: Biofeedback: sich selbst steuern
Teil 2: Was ist Stress?
Teil 3: Was kann man bei Stress tun?
Teil 4: Das Biofeedback-Konzept
Teil 5: Weitere Anwendungen
Teil 6: Links
Biofeedback: sich selbst steuern
Mit Biofeedback (engl.; Rückmeldung biologischer Signale) wird ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren bezeichnet, bei dem körperliche Prozesse, die nicht oder nur ungenau wahrgenommen werden, in graphischer oder akustischer Weise rückgemeldet und damit bewusst gemacht werden können.
Ein Expertenbericht von Sportwissenschafter Mag. Thomas Böhm
Beispielsweise entzieht sich der Blutdruck unserer bewussten Wahrnehmung, und auch bestimmte Muskelanspannungen werden oft nur ungenau wahrgenommen. Beim Biofeedback werden die mit technischer Hilfe registrierten physiologischen Prozesse in grafischer oder akustischer Form dargestellt bzw. rückgemeldet. Damit stellt das Biofeedback gewissermaßen eine technisch ermöglichte Erweiterung unserer Sinnesorgane dar. Ähnlich einem Fernglas ermöglicht es, Dinge schärfer oder überhaupt erst zu sehen. Ziel des Biofeedback-Trainings ist demnach die Wahrnehmung und gezielte Beeinflussung physiologischer Prozesse.
Was wird beim Biofeedback registriert?
Die apparativ erfassten und rückgemeldeten Biosignale lassen sich entweder dem willkürlichen oder dem autonomen Nervensystem zuordnen: Dem willkürlichen Nervensystem obliegt die Steuerung und Kontrolle der Skelettmuskulatur (Arm-, Beinmuskeln usw.). Diese Muskeln können wir willentlich beeinflussen (daher auch der Name "willkürliches Nervensystem"). Anders liegt der Fall beim autonomen Nervensystem, das eine Vielzahl von Körperfunktionen reguliert, die der Konstanthaltung des innerorganismischen Milieus (hierzu gehören u.a. der Blutkreislauf, die Körpertemperatur, der Blutzuckerspiegel usw.) dienen und die nicht oder nur in begrenztem Maße einer willentlichen Beeinflussung zugänglich sind. Vereinfacht ausgedrückt setzen wir uns mit Hilfe des autonomen Nervensystems mit unserer (biologischen) "Innenwelt" auseinander.
Registriert werden demnach die Anspannung verschiedener Muskeln oder Muskelgruppen (meist Schulter-, Kiefer- oder Stirnmuskeln, Atmung) und solche körperlichen Vorgänge, die durch das autonome Nervensystem reguliert werden (Herzfrequenz, Hauttemperatur, Hautleitfähigkeit und/oder Fingerdurchblutung). Die aufgezählten Biosignale geben in sehr zuverlässiger Weise Auskunft darüber, ob sich eine Person in einem angespannten oder einem entspannten Zustand befindet. Mit anderen Worten: Sie messen unseren "Stresspegel".
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