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Aktualisiert am: 07.08.2006
Teil 1: Blasenkrebs
Teil 2: Ursachen
Teil 3: Symptome
Teil 4: Diagnostik
Teil 5: Konventionelle Therapie
Teil 6: Komplementäre Medizin
Konventionelle Therapie
Die Behandlung eines Blasenkrebses richtet sich vor allem nach der Eindringtiefe des Tumors in die Blasenwand und in das Nachbargewebe.
Oberflächliche Tumoren
Ein oberflächlich auf die Schleimhaut beschränktes Karzinom und ein Karzinom, das noch nicht in die Muskelschicht der Harnblase eingedrungen ist, wird im Rahmen der diagnostischen Blasenspiegelung durch die Harnröhre operativ abgetragen. Eine zweite Blasenspiegelung dient der Beurteilung, ob Tumorreste vorhanden sind und mittlerweile auch kein neuer Tumor nachgewachsen ist.
Obwohl bei 80 Prozent der Patienten spätestens nach dieser Sitzung der Tumor vollständig entfernt ist, erleiden ca. 60 Prozent einen Rückfall (Rezidiv) oder entwickeln einen neuen Tumor an einer anderen Stelle der Blasenwand. Deshalb führt man heute eine Rezidivprophylaxe durch, indem man Immuntherapeutika, z. B. das BCG (ein Tuberkuloseimpfstoff), oder Zellgifte in die Blase einbringt. Dies geschieht in mehreren Sitzungen in bestimmten Abständen. Die Sterblichkeitsrate konnte bei Patienten mit oberflächlich wachsenden Tumoren mit dieser Methode drastisch gesenkt werden. Auch eine Lasertherapie ist möglich und erfasst bei korrekter Technik die gesamte Harnblasenwand. Bei oberflächlichen Tumoren kann auf diese Weise ebenfalls eine Heilung erzielt werden.
In 70 bis 80 Prozent der Fälle kann ein langfristiger Blasenerhalt durch eine kombinierte Therapie mit Bestrahlung und Infusionen von Zellgiften erzielt werden. Allerdings leiden ca. 10 Prozent der bestrahlten Patienten später unter Nebenwirkungen, die mit einer Beeinträchtigung der Blasenfunktion einhergehen. Zu den leichteren Störungen gehört eine geringe Blasenschrumpfung, die auch nachts zu häufigem Harndrang führt. Zu den schweren Störungen gehören eine massive Schrumpfblase sowie chronische blutige Harnblasenentzündungen. In ca. 10 bis 15 Prozent der Fälle muss entweder wegen der Nebenwirkungen der Strahlentherapie oder aufgrund eines erneuten Tumorbefalls die Blase später dennoch entfernt werden.
Invasive Tumoren
Ergibt die feingewebliche Untersuchung, dass der Tumor bereits in die Harnblasenmuskulatur eingewachsen ist, dann muss die Blase teilweise oder, dies ist meistens der Fall, ganz entfernt werden, ebenso wie die Lymphknoten in der Umgebung.
Beim Mann umfasst der Eingriff zusätzlich die Entfernung der Prostata und der Samenblasen. Bei Frauen werden außer der Blase die Gebärmutter, die Eierstöcke, das Scheidendach und die Harnröhre entfernt.
Anschließend ist ein Blasenersatz notwendig, der oft auch eine neue Ableitungsmöglichkeit für den Urin nach außen beinhalten muss.
Metastasierter Blasenkrebs
Liegen bereits Fernmetastasen vor oder erweist sich der Tumor als inoperabel, dann kann eine alleinige oder mit einer Immun- bzw. Strahlentherapie kombinierte Infusionsbehandlung mit Zellgiften (Zytostatika) versucht werden.
Nachsorge
Da auch bei 50 bis 70 Prozent der geheilten Patienten innerhalb von fünf Jahren erneut ein Blasenkarzinom auftritt, ist eine regelmäßige Kontrolle mittels Blasenspiegelung erforderlich.
Dies gilt auch für die operativ neu angelegte Blase. Hat sich bereits zwei- oder dreimal ein neuer Tumor entwickelt, dann muss die Harnblase in jedem Fall entfernt werden.
© 2006, Wissen Media Verlag GmbH, Gütersloh, München
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