Blinddarmentzündung

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Autorin: Mag. Beatrix Aigner-Köfinger
Aktualisiert am: 27.12.2011
Blinddarmentzündung
Eine Blinddarmentzündung, bei der es sich eigentlich um die Entzündung des Wurmfortsatzes des Blinddarms handelt, betrifft vor allem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Die Erkrankung kann aber in jedem Alter auftreten. Im Akutfall heißt es rasch handeln, um mögliche Komplikationen wie ein Platzen des Wurmfortsatzes abzuwenden.
Die Bezeichnung Blinddarmentzündung, die allgemein verwendet wird, ist medizinisch nicht korrekt. Der Blinddarm ist der Anfangsteil des im rechten Unterbauch aufsteigendenen Dickdarms, der "blind" in die Bauchhöhle ragt. An diesem befindet sich noch ein dünnes, etwa zehn Zentimenter langes Anhängsel, das als Wurmfortsatz (Appendix) bezeichnet wird und von einer Entzündung betroffen sein kann. Richtigerweise sollte daher von einer Entzündung des Wurmfortsatzes des Blinddarms (Appendizitis) gesprochen werden.
Funktion des Blinddarms: Immunabwehr
Oft wird der Blinddarm im Körper als funktionslos bezeichnet. Tatsächlich spielt er aber während des Heranwachsens vom Kind zum Erwachsenen bei der Immunabwehr eine Rolle. Nach dem 20. Lebensjahr ist seine Aufgabe beendet, das heißt aber nicht, dass er sich nicht mehr entzünden kann. Im Gegenteil, eine Appendizitis kann Personen jeden Alters betreffen. Besonders häufig aber tritt sie zwischen dem 10. und 30. Lebensjahr auf.
Ursache für eine Blinddarmentzündung
Manchmal lässt sich die genaue Ursache für eine Entzündung nicht feststellen, in den meisten Fällen ist aber eine Blockade am Übergang vom Blinddarm zum Wurmfortsatz schuld. Diese kann durch Kotsteine, also verhärteten Stuhl ausgelöst werden. Seltener sind Obstkerne oder andere Fremdkörper, Würmer oder Tumore verantwortlich. Auch wenn der Appendix ungünstig im Bauchraum liegt und dadurch abgeknickt ist, kann es zum Sekretstau und zu einer Vermehrung von Bakterien kommen, die eine Entzündung auslösen.
Symptome
Die typischen Symptome sind leichte Schmerzen, die im oberen Bauchraum rund um den Nabel beginnen und an Intensität zunehmen. Begleitet werden die Schmerzen oft von Appetitlosikgeit, Übelkeit und Erbrechen sowie Verstopfung oder Durchfall. Mit der Zeit und zunehmender Schwellung des Wurmfortsatzes wandern die Schmerzen in den rechten, unteren Unterleibsbereich. Mitunter tritt auch Fieber zwischen 37,7° und 38,3° Celsius auf. Da Bewegung und Husten die Schmerzen verstärkt, nehmen die Betroffenen gerne eine liegende Position ein. In rund der Hälfte der Fälle zeigen sich die Symptome allerdings nicht so eindeutig. Bei Kindern unter zehn Jahren können die Schmerzen weiter ausgebreitet sein, während ältere Patienten und Schwangere weniger Schmerzen empfinden und kein Fieber aufweisen.
Diagnose
Ein Arzt kann aufgrund der Symptome und mit einer Untersuchung des Unterleibs eine Appendizitis gut feststellen. Es ist auch immer wichtig, andere Ursachen für Bauchschmerzen auszuschließen. Bei Frauen müssen etwa gynäkologische Erkrankungen abgeklärt werden. Wenn der Arzt den rechten, unteren Bauchbereich abtastet, wird er bei einer Appendizitis eine besondere Schmerzempfindlichkeit festellen können. Der Arzt übt dabei Druck auf die Blinddarmgegend aus, steigert sich beim Loslassen der Schmerz (sog. Loslass-Schmerz), deutet das stark auf eine Entzündung hin. Ebenso, wenn bei der rektalen Untersuchung ein Spannungsgefühl auftritt. Beim Fiebermessen ergibt sich rektal zudem eine um mindestens 1° Celsius höhere Temperatur im Vergleich zur Messung unter der Achsel. Bei unklarer Diagnose können bildgebende Verfahren wie Ultraschall und Computertomografie (CT) weitere Aufschlüsse geben. Ein weiteres Diagnosemittel ist ein Bluttest, bei dem Entzündungsparameter wie die weißen Blutkörperchen untersucht werden. Keines dieser Diagnosemittel kann eine Appendizitis aber hundertprozentig feststellen. Ob der Verdacht richtig ist, zeigt sich immer erst bei der Operation.
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