Bluthochdruck

Autorin: Mag. Beatrix Aigner-Köfinger

Aktualisiert am: 12.09.2011

Bluthochdruck: Spiel mit dem Leben

Bluthochdruck ist tückisch. Er kann über Jahre unbemerkt bleiben, da er keine oder nur unspezifische Symptome verursacht. Während dieser Zeit richtet er großen Schaden an den Blutgefäßen und Organen an. Die schwerwiegendsten Konsequenzen von Bluthochdruck sind Schlaganfall, Herzinfarkt oder Nierenversagen. Auch wer sich gesund fühlt, sollte seine Blutdruckwerte kennen und zumindest einmal jährlich kontrollieren lassen.

Die körperlichen Ursachen von Bluthochdruck sind bis heute nicht völlig geklärt, da es sich beim Blutkreislauf um ein hochkomplexes System handelt, bei dem biochemische Botenstoffe, Organe, Blutgefäße und das sympathische Nervensystem miteinander in Wechselwirkung treten. Der Blutdruck ist auch abhängig vom Salz- und Wassergehalt im Körper, der Blutmenge und der Beschaffenheit der Blutgefäße.

Die Hauptrollen spielen das Herz, das Blut und ein weitverzweigtes Gefäßsystem, in dem das Blut zirkuliert und so die Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, während gleichzeitig Abfallprodukte entsorgt werden. Das Herz ist ein Muskel, der sich anspannen (Druck steigt) und entspannen (Druck fällt) kann, und so das Blut in die Arterien pumpt. Die Arterien (Schlagadern) sind jene Blutgefäße, in denen das Blut zu den Organen fließt. Die Venen transportieren das Blut wieder zum Herzen zurück. Aber nicht nur das Herz pumpt, auch die Arterien können sich verengen oder erweitern und sorgen so für den Weitertransport des Bluts.

Gründe für Anstieg

Unser Blutdruck verändert sich ständig und reagiert auf innere und äußere Einflüsse. Nur so ist gewährleistet, dass das Blut permanent kreist und alle Körperbereiche erreicht. Körperliche Anstrengung, Schmerz oder emotionaler Stress können zum Anstieg des Blutdrucks führen, während er im Schlaf absinkt. Ein gesteigerter Blutdruck lässt mehr Blut durch den Körper zirkulieren und hilft ihm, mit Anstrengung und Stress fertig zu werden. Man nennt dies auch Erfordernishochdruck. Der Körper ist so geschaffen, dass er mit diesen kurzfristig erforderlichen Blutdruckanstiegen zurecht kommt. Ein ständiger hoher Blutdruck hinterlässt aber dauerhafte Schäden an Herz und Gefäßen.

Definition von Bluthochdruck

Bei Bluthochdruck oder Hypertonie handelt es sich um eine Erkrankung des arteriellen Gefäßsystems, dessen Hauptkennzeichen dauerhaft hohe Blutdruckwerte sind. Ein optimaler Blutdruck liegt bei 120/80 mmHg - als Messeinheit wird Millimeter auf der Quecksilbersäule verwendet. Der obere und höhere Wert ist der "systolische" und beschreibt den Blutdruck in den Arterien, während das Herz pumpt. Der untere und niedrigere Wert, auch "diastolischer" genannt, beschreibt den Zustand zwischen den Herzschlägen, bevor sich die Herzklappen wieder öffnen und das Blut ins Herz zurückströmt.

Ab einem mehrmals gemessenem Wert von 140/90 mmHg spricht man von Hypertonie oder arterieller Hypertonie – von dieser Definiton ausgenommen sind allerdings mittelfristige Blutdruckerhöhungen, die durch Krankheit, Medikamente oder Schwangerschaft entstehen. Bis 159/99 mmHg gilt eine Hypertonie noch als leicht, zwischen 160/100 mmHg und 179/109 mmHg als mittelschwer, alles darüber ist eine schwere Hypertonie, die unbedingt und rasch behandelt werden muss. Eine Sonderform, die vor allem bei älteren Menschen auftritt, ist die isolierte systolische Hypertonie. Dabei liegt der obere Blutdruckwert bei 140 mmHg und höher, während der untere niedriger als 90 mmHg ist. Auch wenn nur einer der beiden Werte langfristig erhöht ist, steigt das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen.

Primär oder sekundär

Bei 90 Prozent aller Fälle von Bluthochdruck ist keine organische Ursache erkennbar und die Entstehung unklar. Diese Form wird primäre, essenzielle oder idiopathische Hypertonie genannt. In den anderen 10 Prozent der Fälle kann eine organische Erkrankung für den hohen Blutdruck verantwortlich gemacht werden. Daher spricht man von sekundärer oder nicht-essenzieller Hypertonie. Werden die zugrundeliegenden Krankheiten (Nierenerkrankungen, Hormonstörungen der Nebennieren oder Schilddrüse) behandelt, kann sich auch der Blutdruck wieder normalisieren.

Weiters können bestimmte Medikamente für das Ansteigen des Blutdrucks sorgen. Dazu gehören Kontrazeptiva wie die "Antibaby-Pille", manche Appetitzügler, nichtsteriodale Antirheumatika (NSAR) und Kortikosteroide (Cortison). Alkohol und Drogen wie Kokain, Ecstasy und Amphetamine haben einen Blutdruck steigernden Effekt, und auch Lakritze, wenn sie in großen Mengen konsumiert wird.


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