Burnout

Aktualisiert am: 03.01.2007

Burnout: Der seelische Infarkt

Burnout galt in den 90er-Jahren als die Manager-Krankheit. Mittlerweile tritt das Syndrom schon in nahezu jeder Berufsgruppe auf, immer jünger werden die Betroffenen. Mittlerweile greift der Erschöpfungszustand auch schon auf Kinder über. Arbeitgeber, Eltern und Lehrer sollten die begrenzte Leistungsfähigkeit ihrer Angestellten bzw. Kinder akzeptieren und präventive Maßnahmen setzen.

Der Begriff Burnout ("ausbrennen") wurde in den 1970er Jahren geprägt und ursprünglich mit so genannten "helfenden Berufen" assoziiert: wie Kranken- und Pflegepersonal oder Sozialarbeitern, später auch mit Personen in Führungspositionen. Mittlerweile droht die Burnout-Falle in jeder Berufsgruppe zuzuschnappen. Verzweiflung, Depression, existentielle Ängste, völlige Erschöpfung und ein Gefühl der Sinnlosigkeit und Leere sind die Folge. Genaue Zahlen, wie viele Österreicher tatsächlich betroffen sind, existieren bislang nicht. Experten schätzen jedoch, dass acht Prozent der Arbeitnehmer gefährdet sind, ein Anstieg wird prognostiziert.

Berufsfalle Burnout

Eine der Hauptursachen für die Entstehung des Burnout-Syndroms sind die extrem hohen Erwartungen, die man an sich selbst und seine Arbeit stellt. Gleich einem Hamster im Laufrad strampelt der potentielle "Ausgebrannte" mit einem Tunnelblick, der sich nur auf die perfekte Leistung richtet, dem Burnout entgegen. Prim.Univ.-Prof. DDr. Michael Lehofer, Facharzt für Psychiatrie/Neurologie an der Landesnervenklinik Sigmund Freud in Graz sieht die Entwicklung des Burnouts als Konsequenz dieses überhöhten Selbstanspruches, der nicht relativiert werden kann. "Wenn der Anspruch an sich selbst dermaßen hoch ist, genügt nur ein geringer Teil eines Fremdanspruches, um einen Menschen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Ein Burnout ist sozusagen ein disfunktionelles Zusammenspiel von Selbstanspruch und Fremdanspruch."

Gewisse Stressfaktoren am Arbeitsplatz wie beispielsweise starkes emotionales Engagement, wenig Teamwork, starke Konkurrenz, hoher Leistungsdruck, Mobbing, wenig Veränderungs- oder Kontrollmöglichkeiten oder geringe Wertschätzung können jene "spezielle Art der Entwicklung einer Depression", wie Lehhofer das Burnout bezeichnet, begünstigen.

Diesen ungünstigen Bedingungen entgegenzuwirken und somit präventiv einem verbreiteten Ausbruch des Burnouts unter den Mitarbeitern vorzubeugen, obliegt unter anderem der Verantwortung des Arbeitgebers. Der Arbeitnehmer selbst soll bestrebt sein – da Burnout sehr viel mit Selbstachtung und Selbstliebe zu tun hat – sich selbst ernst zu nehmen, sich nicht zum Sklaven seiner selbst zu machen und quasi mit liebevollem Blick auf sich zu schauen, so Lehhofer. Auch er sieht die Tendenz des Burnouts als steigend, was nicht verwunderlich ist, da auch die Belastungen in einer globalisierten Welt zunehmen.


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