Burnout
Aktualisiert am: 01.04.2011
Teil 1: Burnout: Der seelische Infarkt
Teil 2: Kinder unter Druck
Teil 3: Nicht alles ist ein Burnout
Teil 4: Links
Kinder unter Druck
Die Diagnose Burnout wurde lange Zeit nur für bestimmte Berufsfelder zugelassen, jüngere Personen galten nicht als Risikogruppe. Dass auch Schulkinder vom Burnout-Syndrom betroffen sein könnten, wurde bislang wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Doch ist es eine Tatsache, dass Kinder als Teil unserer leistungsorientierten Gesellschaft ebenfalls immer mehr unter Druck geraten. Kinder werden mit Aktivitäten überhäuft, die einer strengen Organisation bedürfen. Schule, Hausaufgaben, Musikstunden, Ballettstunden, Reitunterricht, Judokurs, alles muss unter einen Hut gebracht werden. Zu diesem Schul- und Freizeitstress kommen oftmals die sehr hohen Erwartungen der Eltern an die Leistungsfähigkeit ihrer Kinder.
Dr. Leonhard Thun-Hohenstein, Oberarzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Christian-Doppler-Klinik, spricht weniger von einem kindlichen Burnout als von Überforderungssymptomen, die sich in Form einer unspezifischen Stresssymptomatik wie Hektik oder Zerfahrenheit, Erschöpfung, körperlichen Symptomen (Bauchschmerzen) oder aber auch sozialem Rückzug äußern können. "Möglicherweise schützt die noch nicht abgeschlossene Entwicklung des Gehirns die Entstehung eines Burnouts, da eine Bedingung dieser Erkrankung die Reflexion über die eigene Situation in einer sehr bestimmten Manier erfordert, die bei Kindern noch nicht entwickelt ist und frühestens ab dem Jugendalter beobachtbar ist", erklärt Thun-Hohenstein. Noch gibt es keine standardgemäßen Kriterien für ein Burnout bei Kindern, so Thun-Hohenstein. Folglich existieren auch keine dementsprechenden Studien.
Leistung als Kind, Burnout als Erwachsener?
Ehrgeiz, übermäßiges Engagement sowie ein Hang zum Perfektionismus sind typische Merkmale einer Burnout-Persönlichkeit. Diese Menschen definieren sich beinahe ausschließlich über ihre Leistung und leben nach dem Grundsatz: Nur wenn ich arbeite, bin ich etwas wert. Der Grundstein für diese Einstellung wird oftmals schon in der Kindheit gelegt. Schulkinder, die sehr leistungsbewusst aufwachsen und sich ihre Wertschätzung über die eigene Leistung zu holen gewohnt sind, setzen dieses Prinzip auch im Erwachsenen- bzw. Berufsleben fort. Sie sind damit in einem wesentlich höheren Ausmaß gefährdet, in ein Burnout zu geraten, da sie ohne Rücksicht auf die eigene Leistungsfähigkeit arbeiten und auch ihre persönlichen Grenzen nicht kennen.
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über Burnout wurde und wird viel geschrieben, doch wer es hautnah erlebt hat, wer seinen Job, sein altes Leben verloren hat, der kann sich nur fragen: Warum wird nur darüber geschrieben und noch immer nicht genug dagegen getan.
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