COPD
Autorin: Mag. Beatrix Aigner-Köfinger
Aktualisiert am: 14.04.2008
COPD: Mehr als ein Husten
Rund 600 Millionen Menschen weltweit leiden an der Atemwegserkrankung COPD, die zu einer langsam fortschreitenden Verengung der Luftwege führt und weitreichende Auswirkungen auf Lebensqualität und -dauer hat. Die meisten Betroffenen wissen nicht, dass sie schwer krank sind, da COPD schleichend beginnt und oft nicht richtig diagnostiziert wird. Besonders Raucher sind betroffen, deshalb auch die umgangssprachliche Bezeichnung "Raucherhusten" oder "Raucherlunge".
Hinter der Abkürzung COPD versteckt sich die chronisch-obstruktive Lungenkrankheit (engl. chronic obstructive pulmonary disease), die unbehandelt zu schwerster Atemnot und zu weitreichenden Einschränkungen bei der körperlichen Leistungsfähigkeit führt. COPD entsteht durch eine dauernde Entzündung der Atemwege (chronische Bronchitis) und eine überblähte Lunge (Lungenemphysem), die meist gemeinsam auftreten, aber auch einzeln die Lungenkrankheit verursachen können. Man kann sich das ungefähr so vorstellen: Damit die Atemwege frei bleiben, muss die Lunge Schmutz und Schadstoffe, die eingeatmet werden, fortlaufend abtransportieren. Das erledigen die Flimmerhärchen, mit denen die Schleimhaut der Atemwege ausgekleidet ist. Bei anhaltender Schädigung von Flimmerhärchen und Schleimhaut sowie chronischer Bronchitis kann es früher oder später zu COPD kommen.
Raucher besonders betroffen
Jeder zehnte Österreicher leidet an COPD. Ca. 90 Prozent der Patienten sind Raucher oder ehemalige Raucher. Die WHO schätzt, dass bis ins Jahr 2020 COPD von derzeit Platz vier auf Platz drei bei den weltweit häufigsten Todesursachen aufrücken wird. Das liegt vor allem daran, dass die Zahl der Raucherinnen stetig steigt. Viele Raucher ahnen gar nicht, dass sie an COPD erkrankt sind und tun den unangenehmen Husten, der sie besonders am Morgen quält, als harmlosen Raucherhusten ab. COPD entsteht aber nicht nur im Zusammenhang mit Rauchen, sondern kann auch durch genetische Faktoren bestimmt sein. Weitere Risikofaktoren sind starke Luftverschmutzung, Asthma sowie schwere Atemwegsinfektionen während der Kindheit.
Krankheitsbild
COPD ist eine chronische Erkrankung, die nicht heilbar ist und meist nach dem 40. Lebensjahr auftritt. Oft bleiben die ersten Anzeichen von COPD lange Zeit unbemerkt und die Betroffenen landen erst beim Arzt, wenn ein scheinbar hartnäckiger Infekt der Atemwege nicht ausheilen will. Dahinter können sich allerdings schon Symptome von COPD verstecken:
- Husten, besonders am Morgen
- Auswurf, gelbgrüner Schleim
- Engegefühl in der Brust
- Atemnot besonders bei Anstrengung
- Abnehmende körperliche Belastungsfähigkeit
- Geräusche beim Atmen (z.B. Pfeifen)
Risikotest
Wenn Sie mindestens drei der folgenden Fragen mit Ja beantworten können, klären Sie mit Ihrem Arzt ab, ob Sie vielleicht an COPD leiden:
- Sind Sie Raucher oder haben früher geraucht?
- Sind Sie über 40 Jahre alt?
- Husten Sie häufig, auch wenn Sie nicht erkältet sind?
- Haben Sie am Morgen Husten mit Auswurf?
- Haben Sie eine pfeifende Atmung?
- Leiden Sie an Asthma?
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