Diabetes
Autorin: MMag. Susanne Kapeller
Aktualisiert am: 10.12.2007
Rasanter Anstieg von Diabetes
Immer mehr Menschen in Österreich erkranken an Typ-2-Diabetes. Falsche Ernährung, mangelnde Bewegung, Übergewicht und Rauchen sind die Ursachen. Die beunruhigende Tatsache: Die Zahl der an Diabetes erkrankten Jugendlichen steigt ebenfalls stark, auch das ist eine Folge von Übergewicht.
Lange galt Typ-2-Diabetes als reiner Altersdiabetes, weil vor allem Menschen über 50 Jahren mit Übergewicht daran erkrankten. Inzwischen wird die Krankheit auch bei immer mehr jüngeren Menschen und sogar Jugendlichen bzw. Kindern diagnostiziert. Typ-2-Diabetes ist ein Wohlstandssyndrom, das auf falsche Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht zurückzuführen ist. Österreich ist von einem rasanten Anstieg von Diabetes-Neuerkrankungen betroffen.
Derzeit sind mehr als 300.000 Patienten auf Grund dieser chronischen Stoffwechselerkrankung in medikamentöser oder diätetischer Behandlung, wobei die Dunkelziffer sehr hoch ist. "Leider wird auch die Diagnose des Typ-2-Diabetes immer häufiger bei Jugendlichen gestellt", so Univ.-Prof. Dr. Monika Lechleitner, Präsidentin der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG), auf einer Pressekonferenz anlässlich des Welt-Diabetes-Tages. Dies steht in engem Zusammenhang mit der ansteigenden Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen. Tendenziell sind Burschen häufiger betroffen als Mädchen, so der Österreichische Ernährungsbericht 2003.
Ernährung und Bewegung als Säulen der Diabetestherapie
Typ-2-Diabetes entsteht zumeist im Rahmen des Metabolischen Syndroms, das durch Übergewicht bzw. Adipositas, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen gekennzeichnet ist. Richtige Ernährung und körperliche Aktivität stellen daher die Basis der Behandlung dar, so Univ-Prof. Dr. Bernhard Ludvik, Wiener Universitätsklinik für Innere Medizin III. In erster Linie sei eine Gewichtsnormalisierung anzustreben, jedoch müsse auch auf die verminderte Kapazität der Bauchspeicheldrüse in Bezug auf Insulin Rücksicht genommen werden. Dies bedeutet neben einer verminderten Kalorienzufuhr auch eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten: Tierische Fette sollten durch pflanzliche Öle und Fischöle ersetzt werden. Komplexe Kohlehydrate, wie z. B. Vollkornprodukte, bergen gegenüber simplen Kohlehydraten (Weißbrot etc.) den Vorteil, dass der Blutzucker langsamer und nicht so stark ansteigt.
Die zweite Säule der Diabetes-Therapie ist Bewegung. Sportliche Betätigung unterstützt einerseits die Gewichtsreduktion und erleichtert andererseits, ein niedrigeres Gewicht zu erlangen. Zusätzlich bewirkt körperliche Aktivität eine verbesserte Aufnahme von Zucker in die Muskel- und Fettzellen im Sinne einer gesteigerten Insulinempfindlichkeit.
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