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Autorin: Mag. Beatrix Aigner-Köfinger

Aktualisiert am: 04.01.2010

Behandlung

Bei der Dorn-Breuss-Behandlung werden fehlgestellte Wirbel der Wirbelsäule, des Beckens und des Kreuzbeins auf schonende Art in ihre richtige Position geschoben. Es gibt zur Ausübung der Dorn-Methode Hilfsgeräte (Dorn-Mobilisator, Aktivator, Lauftrainer), die aber nicht zwingend notwendig sind. Im Prinzip reichen die Hände des Therapeuten. Am Beginn der Behandlung steht ein ausführliches Gespräch über Beschwerden und Symptome, das dem Therapeuten schon viel Aufschluss geben kann.

Behandlung nach Dorn

Bei der Dorn-Methode wird eine Wirbelsäulenverformung durch eine "scheinbare" Beinlängendifferenz erklärt. In den meisten Fällen sind aber nicht die Beine unterschiedlich lang, sondern liegt eine Verschiebung des Hüftgelenks vor. Dies zeigt sich in einem Beckenschiefstand. Da der Stützapparat die Verschiebung statisch ausgleichen muss, kommt es zu Fehlhaltungen. Der Therapeut beginnt bei der Behandlung daher immer ganz "unten" und kontrolliert zuerst die Beinlänge, dann das Becken und schließlich die Wirbelsäule. Ziel der Behandlung ist es, einen Beckengleichstand herzustellen.

Nicht nur Bein-, Becken- und Wirbelgelenke, sondern ebenso auch Schulter-, Arm- und Fingergelenke - zum Beispiel bei Sehnenscheidenentzündung, Tennisarm, Schmerzen im Daumengrundgelenk - werden nach der Dornmethode wieder richtig positioniert. Die Behandlung erfolgt im Stehen oder Sitzen. Der Patient bewegt während der Behandlung die betroffenen Gelenke pendelartig und lockert damit die Muskulatur. Gleichzeitig korrigiert der Therapeut den Fehlstand, indem er sanft mit dem Daumen auf den Dornansatz des Wirbels drückt. Durch die Eigendynamik ist es möglich, dass Wirbel und Gelenke selbst an den richtigen Platz zurückfinden. Die Blockadenlösung bewirkt auch eine Verbesserung des Meridianflusses. So wird zum Beispiel der Blasenmeridian besonders ausgiebig harmonisiert.

Im Unterschied zur Chiropraktik ist die Bewegungsführung sanft und nicht ruckartig. Der Patient arbeitet aktiv mit. Überspannungen und Überdehnungen kommen praktisch nicht vor, weil nichts erzwungen wird, was der Muskel- und Bandapparat nicht zulassen würde. Ein Hauptpunkt in der Therapie ist das Schulen der Körperwahrnehmung und Erlernen von Selbsthilfeübungen, die der Patient zuhause regelmäßig ausführen muss, um einen langanhaltenden Erfolg zu ermöglichen.

Behandlung nach Breuss

Für die Breuss-Massage wird Johanniskrautöl (am besten auf Basis von Olivenöl) verwendet, das sanft einmassiert wird, um das Gewebe zu lockern, die Wirbelsäule zu dehnen und damit den Bandscheiben wieder Platz zu machen. Dabei liegt der Patient am Bauch. Die Rückenmuskulatur entspannt sich durch die sanften Handgriffe, die in ständiger Wiederholung ausgeführt werden. Eine besondere Rolle spielt die Stellung des Kreuzbeins, dass bei einer Fehlstellung sanft zurechtgerückt wird. Ein wesentlicher Bestandteil der ursprünglichen Breuss-Massage sind sogenannte heilmagnetische Handgriffe (Mesmerismus). Dies umfasst das Ausstreichen der Wirbelsäule über aufgelegtem Seiden- bzw. Packpapier sowie das nachfolgende Auflegen und Abziehen der Hände nach heilmagnetischen Regeln.

Die Breuss-Massage kann vor oder nach einer Dorn-Behandlung erfolgen. Beide Methoden sind auch einzeln wirksam bzw. können mit anderen Therapieformen verknüpft werden. Dorn und Breuss in einer Therapiesitzung zu vereinen, kann sehr zeitaufwändig sein.


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