Eileiter- und Eierstockentzündung

Autorin: Mag. Beatrix Aigner-Köfinger

Aktualisiert am: 22.11.2010

Gefährliches Frauenleiden

Mit einer Eileiter- und Eierstockentzündung ist nicht zu spaßen. Es handelt sich um eine ernste Erkrankung, die von Bakterien ausgelöst wird und unter Umständen zu Unfruchtbarkeit oder chronischen Schmerzen führen kann. Betroffen sind vor allem junge Frauen unter 25 Jahren.

In Zusammenarbeit mit Univ.-Prof. Dr. Armin Witt, Leiter von GYNINFEKT

Die Eileiter und Eierstöcke werden als Adnexe, also "Anhängsel" der Gebärmutter bezeichnet. Da bei einer Entzündung meist beide Regionen betroffen sind, sprechen Mediziner von Adnexitis oder Salpingitis. Auch der englische Sammelbegriff für Entzündungen des Beckens, pelvic inflammatory disease (PID), ist gebräuchlich. Eine Adnexitis, besonders wenn sie nicht rechtzeitig entdeckt wird oder öfters auftritt, kann zu Unfruchtbarkeit führen und ist verantwortlich für einen Großteil der Eileiterschwangerschaften. Die Folgen können schwerwiegend sein, umso wichtiger ist es, auf mögliche Symptome zu achten und zur Abklärung einen Arzt aufzusuchen.

Bakterien als Auslöser

Die meisten Eileiter- und Eierstockentzündungen werden von Bakterien ausgelöst, die von außen über die Scheide in die Gebärmutter, Eileiter, Eierstöcke oder ins Becken wandern (aufsteigende Infektion). Oder die Bakterien stammen von einem Nachbarorgan wie dem Blinddarm und greifen auf die Geschlechtsorgane über (absteigende Infektion). Es gibt auch die Verbreitung über das Blut (hämatogene Infektion). Die gleichen Bakterien, die Geschlechtskrankheiten wie Chlamydien und Gonorrhoe (Tripper) auslösen, führen zu den meisten Fällen von Eileiter- und Eierstockentzündungen. Eine Adnexitis ist somit oft eine Komplikation dieser Geschlechtskrankheiten. Es benötigt aber keine sexuell übertragbaren Erkankungen oder sexually transmitted diseases (STD), wie sie im Englischen genannt werden, um eine Entzündung zu entwickeln. Manchmal lösen die normalen Bakterien der Vaginalflora die Krankheit aus, weil die Immunabwehr geschwächt ist, Stoffwechselerkrankungen oder Östrogenmangel vorliegen.

Jung und sexuell aktiv

Ein besonders hohes Risiko für eine Adnexitis besteht für junge Frauen unter 25 Jahren, da sie für Entzündungen anscheinend anfälliger sind. Dabei könnte eine noch nicht abgeschlossene Entwicklung des Gebärmutterhalses bei Teenagern und jungen Frauen eine Rolle spielen. Die Chance zu erkranken, erhöht sich durch häufigen Partnerwechsel (auf beiden Seiten) und ungeschützten Sexualkontakt, da auf diesem Weg Bakterien übertragen werden. Ein weiterer möglicher Auslöser für eine Infektion ist die Verwendung von Intimduschen, da sie die natürliche Vaginalflora zerstören und Bakterien in Richtung Geschlechtsorgane spülen und zudem die Symptome einer Entzündung überdecken können. Ein Infektionsrisiko, wenn auch gering, bergen gynäkologische Eingriffe wie eine Ausschabung (Kürettage) oder das Einsetzen einer Spirale. Eher selten ist eine Adnexitis vor der Geschlechtsreife oder nach Einsetzen der Menopause zu beobachten.



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