Eltern im Burnout

Aktualisiert am: 18.02.2009

Tipps für den Alltag

Buchautorin Susanne Strobach MSc. ("Mehr Zeit für mich! Eltern ohne Burnout") weiß, wovon sie spricht. Sie ist Mediatorin und Trainerin, Mutter von zwei Kindern und lebt in einer Lebensgemeinschaft. Und sie erlebte das Gefühl von Überforderung, Ohnmacht und Verzweiflung bereits selbst.  

Wer ihr heute gegenüber sitzt, hegt keinen Zweifel mehr an der Wirksamkeit ihrer Ratschläge. Energie, Optimismus und Gelassenheit beschreiben die 41-Jährige wohl am besten. "Mir war wichtig, dass viele praktische Tipps in dem Buch enthalten sind, die dabei helfen, Dinge mit einem Lächeln annehmen zu können." 

Etwa sich klar zu machen, dass Nichtstun keine nachhaltige Erholung von den Belastungen des Alltags bietet. Das Wesen der Entspannung liege nämlich darin, so Strobach, sich auf etwas konzentrieren zu können. Das kann das Lesen eines Buchs sein oder das Atmen in der Yoga-Stunde. Durch die fokussierte Aufmerksamkeit auf eine Tätigkeit wird der Kopf frei und die Last auf den Schultern leichter. 

30 Minuten Bewegung am Tag

Vor allem Bewegung baut Stress ab. Laut einem Artikel des "Time Magazine" wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass eine 40-jährige Frau, die im Beruf ausschließlich sitzt, aber viermal in der Woche 30 Minuten lang schnell geht, dasselbe niedrige Herzinfarktrisiko hat wie ihre Altersgenossin, die ihr Leben lang Sport betrieben hat. 

Ein weiterer Stolperstein auf dem Weg zur Eigenbestimmung ist das Nein-Sagen, sowohl im privaten als auch im beruflichen Leben. "Wenn man Aufgaben übernehmen muss, dann vorher genau definieren, was von einem erwartet wird", rät Strobach. Auch selbst zu delegieren fällt (vor allem Frauen) schwer, weil damit "Kontrollverlust" einhergeht. "Es ist sinnlos, sich darüber zu ärgern, was der Partner alles hätte sehen und erledigen müssen. Wenn das Gegenüber genau weiß, was von ihm oder ihr erwartet wird, entlastet das die Beziehung." Und es wird gleichzeitig einfacher, sich die notwendige Auszeit für sich selbst zu organisieren.

Kalender mit Farbleitsystem

Strobach selbst bringt ihren hektischen Berufsalltag und ihre Familie mithilfe eines Kalenders mit Farbleitsystem ins Lot. "Ich markiere berufliche und private Termine mit unterschiedlichen Farben und versuche, dass am Ende des Monats die Verteilung halbwegs ausgewogen ist." Sie selbst greift auch auf ein soziales Netzwerk zurück – "ohne dem gar nichts geht" -, wenn ihr Partner nicht zur Verfügung steht. 

Sich die Zeit für die Lektüre freizuschaufeln, ist das Buch wert: denn es wird deutlich, dass Veränderungen zum Positiven sehr oft einfacher sind, als man denkt. Und dass Burnout nie ein Zeichen der eigenen Schwäche, sondern immer ein Problem des beruflichen Umfelds ist.


Mehr zum Thema:

Buchtipp

Buchcover "Mehr Zeit für mich! Eltern ohne Burnout."

Mehr Zeit für mich!

Wie sich berufstätige Eltern vor einem Burnout schützen können.
zum Thema ...


maxerl ARTIKEL KOMMENTIEREN
Zu diesem Artikel gibt es 2 Kommentar(e).
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striche
Eltern im Burnout  von ausweg (Gast)
09:15 20.11.2007
ihr beitrag lässt mich hoffen. allein, ich hege zweifel daran, dass mich ein farbleitsystem im kalender aus meinem täglichen wahnsinn befreit. sei's drum. das buch muss ich haben. danke
Antworten Antworten

striche
RE: Eltern im Burnout  von Gast (Gast)
11:33 16.01.2008
Also ich habe mir die Ratschläge zu Herzen genommen und spüre eine Veränderung. Vor allem die Kommunikation mit meinem Partner hat sich verbessert (das heißt ich setze nicht mehr alles voraus, sondern teile mich mehr mit). Ich finde, dass viele Denkanstöße dabei sind, um Burn-out von vornherein zu vermeiden
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